Viele Mütter kennen das: Ihr Kind erhält eine krankengymnastische Behandlung nach Vojta und schreit sich die Seele aus dem Leib (nach Meinung der Therapeuten aufgrund der “Anstrengung”). Man hört, dass die Therapie das Kind verzweifeln lässt. Das Baby schreit und niemand kommt ihm zu Hilfe. Nach den heutigen Erkenntnissen der Säuglings- und Bindungsforschung ist das ein Unding. Den Müttern klopft das Herz bis zum Hals. Am liebsten würden sie die Therapie abbrechen, doch sie stehen hilflos daneben. Mit “fachkundigen” Argumenten wird den Müttern gesagt, dass diese Methode gut für’s Baby sei. Doch stimmt das? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Birgit H, Pixelio) [Read more...]
Vojta-Therapie bei Babys – eine Kritik
Vojta: Die Psycho-Studie
Immer wieder haben mich Befürworter der Vojta-Krankengymnastik (siehe Stellungnahme der Internationalen Vojta-Gesellschaft) auf eine Studie von Maren Thiesen-Hutter aufmerksam gemacht. Die Psychologin hat Ende der 70er Jahre eine Studie zu den psychologischen Auswirkungen der Vojta-Therapie bei Babys durchgeführt. Maren Thiesen-Hutter hätte zunächst angenommen, die Vojta-Krankengymnastik bei Babys würde psychische Schäden hinterlassen. Doch in ihrer Studie sei sie zu ihrer eigenen Überraschung zu dem Ergebnis gekommen: Vojta-Therapie bei Babys schadet aus psychologischer Sicht nicht. Nun habe ich mir endlich einmal die Studie selbst angsehen – sie ist 1982 im Enke-Verlag erschienen. Das Buch heißt “Psychologie und Neurophysiotherapie Vojtas. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Thomas Schaal, Pixelio) [Read more...]
Wieviel Herd verträgt die Frau?
Unter Müttern wird heiß diskutiert: Wieviel Kinderbetreuung ist nötig? Wieviel kann/darf die Mutter arbeiten und wie sehr sollte sie sich um die Kinder kümmern? Die “Herdprämie” hat diese Diskussion angeheizt. (Als “Herdprämie” wird das Betreuungsgeld bezeichnet, das Eltern erhalten, wenn sie ihre Kinder selbst betreuen und nicht in die Kindertagesstätte schicken.) Gerade unter Müttern wird viel über den “Herd” diskutiert – er ist ein interessantes Symbol unserer Zeit. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Bork, Pixelio) [Read more...]
Das Drama des hochbegabten Kindes?
Eine Mutter hatte eine wenig schöne Kindheit – Gewalt, Herzlosigkeit, harte Strafen waren an der Tagesordnung. Diese Mutter hat einen Sohn. Wenn der Sohn weint oder “Theater macht”, wird er nicht getröstet – die Mutter hat Angst, dass er sonst auf das Weinen “konditioniert” wird. Es herrscht ein rauher Ton und die Angst ist groß, der Sohn könne der Mutter auf der Nase herumtanzen. Eine Regel nach der anderen wird aufgestellt. Der Sohn, dessen “Ich will” stets überhört wird, muss sich viele “Ausreden” ausdenken, um seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Man sagt dem Sohn nach, er sei ein “kluges Kerlchen”. Er störe jedoch den Unterricht. Die Mutter erhöht den Druck, der Junge wird immer “cleverer” und die Lehrerin bittet zum Gespräch. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Berggeist007, Pixelio) [Read more...]
Operation und Aggression
Möglicherweise könnte man die Hälfte der Patienten einer chirurgischen Klinik heute noch entlassen, ohne dass es den Patienten schlechter ginge. Wie viele Nasescheidenwand-, Knie-, Bandscheiben- oder Endometriose-Operationen bringen den Patienten nichts und werden dennoch durchgeführt? Bereits 2009 erschien auf “Welt-online” ein Artikel mit dem Titel “In Deutschland wird zu viel operiert”. Aber wie kommt es zu diesen vielen Operationen? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Michael Bührke, Pixelio) [Read more...]
Dreimonatskoliken – haben Windeln etwas damit zu tun?
In westlichen Ländern tragen die Kinder Windeln. Manche sagen, nur in westlichen Ländern seien übermäßiges Schreien (“Schreibaby”) und “Dreimonatskoliken” ein Problem. Der Schweizer Kinderarzt Remo Largo hat in der Zürcher Längsschnittstudie gezeigt, dass Kinder heute wie damals gleich schnell “sauber” wurden, doch dass die Eltern in früheren Zeiten ihre Kinder sehr viel häufiger über das Töpchen hielten. Waschmaschinen waren noch nicht verbreitet und die Kinder sollten möglichst früh sauber sein. Da die bewusste Kontrolle der Schließmuskeln (Sphincter vesicae bei der Blase und Sphincter recti beim Darmausgang) jedoch erst mit zwei oder drei Jahren möglich ist, gingen Forscher wie Remo Largo davon aus, dass die “frühe Sauberkeit” aus früheren Zeiten einzig damit zusammenhänge, dass die Kinder sich zufällig dann entleerten, wenn sie über das Töpfchen gehalten wurden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Ulla Trampert, Pixelio) [Read more...]
STEEP™ – der Kurs zur Freude am Elternsein;
Wie Elternschaft gelingt (WIEGE)
STEEP ist die Abkürzung für “Steps towards effective and enjoyable parenting”. Es ist ein 1986 in den USA entwickeltes Programm, das die Eltern schrittweise hinführt zu einer “gelingenden und Freude bereitenden Elternschaft”. In Deutschland heißt das Projekt “WiEge – Wie Elternschaft gelingt”. Das Programm entstand aus der “Minnesota Längsschnittstudie über Eltern und Kinder”. Zielgruppe sind werdende und frischgebackene Eltern von Kindern im Alter von 0-3 Jahren. Das Programm basiert auf der Bindungstheorie von John Bowlby. Es will die Eltern-Kind-Bindung stärken. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Klaus Kienitz, Pixelio) [Read more...]
Rumination
Rumination heißt wörtlich “Wiederkäuen”. “Rumination” bedeutet im Sinne der Psychologie, dass man immer wieder die negativen Seiten eines Erlebnisses gedanklich durchspielt, “durchkaut”. Die “Rumination” ähnelt der Sorge, wobei die Sorge mehr auf die Zukunft gerichtet ist, die Rumination hingegen auf die Vergangenheit. In der Kinderheilkunde versteht man unter “Rumination” das “Wiederkäuen” von Nahrung bei Babys – dabei würgen Babys ihre Nahrung, die sie schon geschluckt haben, wieder hinauf in den Mund, ohne dass eine körperliche Erkrankung ersichtlich ist.
Epigenetik: Zuwendung wirkt sich auf Gene aus
Mütterliche Zuwendung hat Einfluss auf die Gene des Kindes. Der kanadische Forscher Michael Meaney wies in einem Tierexperiment nach, dass Rattenkinder, die zu wenig Zuwendung von der Mutter erhalten hatten, als ausgewachsene Tiere besonders stressanfällig waren. Der Grund: Bestimmte Gene konnten dauerhaft nicht mehr abgelesen werden. Das Forschungsfach, das sich mit diesen Zusammenhängen beschäftigt, heißt Epigenetik. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Lucie Kärcher, Pixelio) [Read more...]
Schulangst
Die Fehlstunden häufen sich, alle Beteiligten sind verzweifelt: Das Kind hat Schulangst. Es geht mit Übelkeit in die Schule und kann es dort kaum aushalten. Unerklärliche Angst überfällt das Kind am Vormittag. Es fühlt sich krank, einsam und verlassen und möchte nur noch eines: schnell nach Hause rennen. Es bekommt Bauchschmerzen oder Atemnot, Kopfschmerzen oder noch mehr Übelkeit. Auf jeden Fall müssen die Eltern angerufen werden, damit sie das Kind von der Schule abholen. Eltern, Kinderarzt und Lehrer wissen nicht weiter. Was hat es mit der Schulangst auf sich? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Juliane, Pixelio) [Read more...]
Mobbing in der Schule
Wut, Ohnmacht, Unverständnis – das erleben wohl die meisten, wenn klar wird, dass ein Kind in der Schule gemobbt wird. „Mob“ ist das englische Wort für „Meute“. Mobbing bedeutet, dass ein Täter sich ein Opfer aussucht und es gemeinsam mit seinen Mitläufern triezt. Wann immer Menschen zu einer Gruppe zusammenfinden, kann sich eine Mobbing-Situation entwickeln. Den Opfern geschieht dabei großes Leid. Doch auch der Täter bringt mit seinen Taten zum Ausdruck, dass mit ihm etwas nicht stimmt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]
Verpflichtung zur “U” (Kindervorsorgeuntersuchung) –
kann das gut sein?
Aufgeregt kommt eine Freundin bei mir an: Sie hat Post vom Jugendamt erhalten. Das Wort “strafrechtlich” kommt darin vor. Sie hatte es verpasst, um den dritten Geburtstag herum mit ihrem Kind zur U7a, also zur 7. Vorsorgeuntersuchung, zum Kinderarzt zu gehen. Die Kindervorsrogeuntersuchungen sind in vielen Bundesländern bereits verpflichtend. Wer nicht hingeht, erhält Post vom Jugendamt mit der Aufforderung, die verpasste Untersuchung nachzuholen. Ansonsten kämen Jugendamtsmitarbeiter ins Haus, um sich nach der Lage zu erkundigen und ggf. weitere Schritte einzuleiten. Der gute Gedanke dahinter ist klar: Immer wieder hört man in den Nachrichten von furchtbaren Fällen, in denen Kinder misshandelt und vernachlässigt wurden – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Das möchte man um alles in der Welt verhindern. Aber lässt es sich verhindern? Und muss man dazu gleich die gesamte Bevölkerungsschicht, die gerade Kinder hat, durchforsten und immer wieder durch “Drohbriefe” aufschrecken? (Text: © Dunja Voos, Bild: © bagal, Pixelio) [Read more...]



