Gefühle lassen sich ebenso schwer messen wie Schmerzen. Wer eine Depression hat, der weiß das oft selbst – er fühlt es deutlich. Um jedoch in etwa einzuschätzen, ob jemand depressiv ist oder nicht, gibt es eine Reihe von Tests. Sie bieten einen groben Anhaltspunkt für das Befinden des Betroffenen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tobias Zeller, Pixelio) [Read more...]
Depressions-Tests
Five Facet Mindfulness Questionnaire (FFMQ)
“Achtsamkeit” (Mindfulness) ist ein Zustand. Achtsamkeit zeichnet sich durch verschiedene “Eigenschaften” oder “Fähigkeiten” aus: Wer achtsam ist, kann das Hier und Jetzt erleben, ohne zu bewerten. Er beobachtet sich gut und verfügt über einen inneren Raum, sodass er nicht immer sofort reagieren muss. Er kann seine Erlebnisse gut in Worte fassen. Achtsamkeit schützt vor Depressionen, heißt es. “Achtsamkeit” bedeutet, achtsam zu sein. Wer häufig Achtsamkeits-Übungen ausführt, kann oft positive Effekte an sich feststellen, wie z.B. allgemeine Entspannung. Wie “achtsam” eine Person “von Natur aus” ist, lässt sich mithilfe eines Fragebogens (Questionnaire) ermitteln. [Read more...]
Negativ-Bias bei Depressionen
Wer an einer Depression leidet, der kann oft am schönsten Sonnenstrahl und an der prächtigsten Blume nichts Schönes mehr erkennen. Es ist, als ob man bei einer Depression eine grau-gefärbte Brille tragen würde. Diese “verzerrte Wahrnehmung” nennen Wissenschaftler einen “Negativ-Bias” (sprich: “baies”). “Bias” ist das englische Wort für “Tendenz”, “Voreingenommenheit” oder auch “systematischer Fehler”. Woher diese “Negativ-Wahrnehmung”, diese “affektive Urteilsverzerrung” kommt, daran forschen die Forscher gerade emsig. Ein Forscherteam um Katja Werheid, Humboldt-Universität Berlin, will herausfinden, ob bei einer Depression Negatives stärker verarbeitet wird oder Positives schwächer wahrgenommen wird. Vielleicht ist auch beides möglich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © rograb, Pixelio) [Read more...]
Go-/No-go-Aufgaben in der Neurophysiologie
Vielleicht haben Sie ja schon einmal an einer wissenschaftlichen Studie teilgenommen und kennen diese Go-/No-go-Aufgabe ja: Sie sitzen vor einem Bildschirm und bekommen verschiedene Bilder gezeigt. Wann immer ein Buchstabe auf dem Bildschirm erscheint, sollen Sie schnell eine Taste drücken. Die Ausnahme: Immer, wenn ein “X” erscheint, dürfen Sie die Taste nicht drücken. Das Zeichen, bei dem die Teilnehmer drücken sollen, wird “Go-Stimulus” genannt – das Zeichen, bei dem sie das Drücken unterdrücken sollen (hier also das “X”), wird als “No-Go-Stimulus” bezeichnet. Mit solchen Aufgaben wird die Reaktionsfähigkeit (bzw. “Hemmfähigkeit”) des Gehirns getestet. [Read more...]
Kein MRT bitte! Die Gnade des Nicht-Wissens
Vor 10 Jahren etwa erlitt ich in der Nacht einen plötzlichen Drehschwindel, der sich gewaschen hat. Drei Wochen lang konnte ich nicht gescheit geradeaus laufen. Ich war seekrank, ohne auf einem Schiff zu sein, mein rechter Gleichgewichtsnerv war tot: “Neuronitis vestibularis”, so lautete die Diagnose. Ähnlich wie bei einem Hörsturz steht hier die Frage im Raum: Könnte es sich um ein Akustikusneurinom, also einen gutartigen Tumor des 8. Hirnnerven (Hör- und Gleichgewichtsnerv) handeln? Die Brainstem-evoked Audiometry (BERA), ein EEG-artiger Test der Hirnstammnerven, war völlig unauffällig. Es sprach nichts für ein Akustikusneurinom. Und dennoch blieb die Frage: Sollte ich eine Magnetresonanztomographie (MRT = Kernspin) durchführen lassen? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Karl-Heinz Laube, Pixelio) [Read more...]
DSM-V kommt im Mai 2013
Die fünfte Version des Diagnostischen und Statistischen Manuals der psychischen Störungen (DSM-V) wird wahrscheinlich im Mai 2013 erscheinen. Verfolgen kann man die Entwicklung auf der Website der American Psychiatric Association APA): www.dsm5.org.
Linktipp: AllPsych Online
Auf der Suche nach DSM-IV-Nummern bin ich gerade auf die Website “AllPsych Online – The virtual Psychology Classroom” gestoßen. Hier werden psychiatrische Krankheitsbilder kurz und bündig erklärt (leider nur auf Englisch).
PQS (Psychotherapie-Prozess-Q-Sort)
Der “Psychotherapie-Prozess-Q-Sort” (PQS, Psychotherapy Process Q Set) ist Messinstrument, mit dem psychoanalytiche Therapien beschrieben werden können. Das PQS-Formular besteht aus 100 Items, die mögliche Szenen aus einer Sitzung beschreiben. Diese Items sind zum Beispiel so formuliert: Item Nr. 90: “Die Träume des Patienten werden besprochen”, Item Nr. 93: “Der Therapeut verhält sich neutral.” Wissenschaftler hören sich auf Video oder Tonträger aufgenommene Therapiestunden an, transkribieren (= verschriftlichen) sie und kreuzen dann an, welche Items zutreffen. In der Dissertation von Nataliya Zharkova sind die Items aufgelistet. Auf Seite 52 der Dissertation werden “20 charakteristische Items der ‘idealen’ psychoanalytischen Therapie” genannt. Der PQS wurde von dem Psychoanalytiker Enrico Jones (1947-2003) entwickelt. [Read more...]
Psychologische Tests – alle Namen auf einen Blick
Gerade habe ich beim “Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation” (ZPID) etwas sehr Schönes gefunden: Eine Art “Telefonbuch” mit den Kurznamen unzähliger Psychologischer Tests: Das “Verzeichnis Testverfahren” enthält Kurznamen, Langnamen, Autoren und Testrezensionen (19. Auflage, Stand: Juni 2012). Allein der Teil mit den Kurznamen ist 147 Seiten dick – sehr beeindruckend! (Text: Dunja Voos, Bild: Screenshot ZPID)
Paul Ekman – der “Gesichtsforscher”
Sind wir überrascht, heben wir die Augenbrauen und öffnen die Augen weit. Das tun alle Menschen auf der Welt – unsere Gesichter spechen eine Sprache. Der amerikanische Psychologe Paul Ekman hat sein ganzes Berufsleben lang Gesichter erforscht. Zusammen mit seinen Kollegen Wallace V. Friesen und Joseph C. Hager entwickelte er das “Facial Action Coding System”, eine Datensammlung einer schier unglaublichen Anzahl von Gesichtsausdrücken. Ekmans Erkenntnisse werden unter anderem in der Therapie von Menschen mit Autismus eingesetzt – hier können die Patienten “lernen”, welche Gesichtsausdrücke welche Gefühle ausdrücken. Paul Ekman erforschte jedoch nicht nur die Mimik, sondern auch die gesamte Körpersprache. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Katharina Wieland-Müller, Pixelio) [Read more...]
Das Drama des hochbegabten Kindes?
Eine Mutter hatte eine wenig schöne Kindheit – Gewalt, Herzlosigkeit, harte Strafen waren an der Tagesordnung. Diese Mutter hat einen Sohn. Wenn der Sohn weint oder “Theater macht”, wird er nicht getröstet – die Mutter hat Angst, dass er sonst auf das Weinen “konditioniert” wird. Es herrscht ein rauher Ton und die Angst ist groß, der Sohn könne der Mutter auf der Nase herumtanzen. Eine Regel nach der anderen wird aufgestellt. Der Sohn, dessen “Ich will” stets überhört wird, muss sich viele “Ausreden” ausdenken, um seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Man sagt dem Sohn nach, er sei ein “kluges Kerlchen”. Er störe jedoch den Unterricht. Die Mutter erhöht den Druck, der Junge wird immer “cleverer” und die Lehrerin bittet zum Gespräch. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Berggeist007, Pixelio) [Read more...]
Internale und externale Kontrollüberzeugung
Da gibt es die “Macher”, die glauben, ihnen gehört die Welt. Und es gibt die Verzagten, die glauben, sie hätten auf nichts und niemanden einen Einfluss. Die meisten Menschen können sich wahrscheinlich irgendwo in der Mitte einordnen. Außerdem gibt es Lebensbereiche, auf die wir mehr Einfluss haben und andere, auf die wir weniger Einfluss haben. Entscheidend dafür, ob wir die Dinge anpacken und verändern wollen oder nicht, ist unsere “Kontrollüberzeugung”. Menschen, die glauben, dass andere oder die Lebensumstände “die Macht über sie” haben, haben eine hohe “externale Kontrollüberzeugung” (external = die Quelle liegt außen). Andere wiederum, die das Gefühl haben, selbst etwas verändern zu können, haben eine hohe “internale Kontrollüberzeugung”. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Stefan Zerfaß, Pixelio) [Read more...]



