“Der Turm, der wackelt, der Turm, der wackelt, die oberste Spitze fällt ab.” Kennen Sie dieses Kinderlied? Wie an der Spitze eines solchen Turmes muss sich ein Kind fühlen, dass eine hochambivalente Mutter hat. Ob es Mütter gibt, die “nur schlecht” sind, wage ich zu bezweifeln. Wohl alle Mütter haben auch gesunde, ruhige und liebevolle Seiten. Doch das Kind einer ambivalenten Mutter, die in extremem Ausmaß mal so, mal so ist, kann sich nicht orientieren. Das Kind wird davon ganz unruhig. Es kann nicht einfach “sein”. Es muss immer die Lage checken und sich fragen: “Wie ist mir die Mutter heute gesinnt? Bekomme ich plötzlich Prügel oder Strafen, obwohl ich nichts Schlimmes getan habe? Wird sie nett und zugewandt sein? Ist sie gut gelaunt? Kann sie ertragen, wenn es mir gut geht?” (Text: © Dunja Voos, Bild: © Gitti, Pixelio) [Read more...]
Die hochambivalente Mutter
Cortisol, Depressionen und Panikattacken
Das “Stresshormon” Cortisol spielt anscheinend bei Depressionen und Panikattacken eine große Rolle. Ich habe da das Bild von ängstlichen und dünnen Studentinnen, die von Panikattacken geplagt sind. Und dann gibt es die übergewichtigen, ruhigeren, älteren Frauen, die unter Depressionen leiden. Häufig aber wechseln sich Panikattacken und Depressionen ab; Ängste können eine Depression überdecken. Welche Rolle spielt das Cortisol dabei? Dieser Frage geht das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus (Dresden) in einer Studie nach. Weitere Informationen finden Sie hier: www.uniklinikum-dresden.de. [Read more...]
Einsamkeit: Am schlimmsten sind die Sonntage
Sonn- und Feiertage – einsame Menschen würden sie am liebsten abschaffen. Auch die Abende oder schlaflosen Nächte können die Einsamkeit verstärken. Viele Menschen sind davon betroffen. Aber darüber sprechen – das tun nur die wenigsten. Meistens schämen sich die Einsamen ihrer Einsamkeit. Eine stille Wut auf die anderen und ein schmerzender Neid auf alle, die nicht einsam sind, macht sich breit. Dabei sind nicht nur alte und kranke Menschen oder “komische Kauze” betroffen – gerade die Singles in den besten Jahren, beruflich erfolgreiche und attraktive Frauen und Männer sind einsam und halten die Stille kaum länger aus. Geplatzte Träume oder Kinderlosigkeit wider Willen lässt den Schmerz an manchen (Feier-)Tagen sehr, sehr groß werden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Heinz Lampe, Pixelio) [Read more...]
Adipositas und die Psyche
Adipositas ist das medizinische Wort für starkes Übergewicht, oder auch “Fettleibigkeit” (lateinisch adeps = fett). Adipositas permagna schreiben Ärzte hin, wenn sie die “richtig Dicken” meinen, denn “permagnus” kommt aus dem Lateinischen und heißt “sehr groß”. Ab einem Body-Mass-Index (BMI)* von 25 gilt man als übergewichtig, ab einem BMI von 30 als “fettleibig” (= adipös). Ab einem BMI von 40 wird der Ausdruck “Adipositas per magna” verwendet. Der etwas “boshafte” Beigeschmack ist dabei nicht zu verleugnen. Der Ratschlag zu Obst, Vollkornprodukten und gesunder Ernährung ist immer da, doch die Bedeutung der Psyche wird eher selten erwähnt.(Text: © Dunja Voos, Bild: © Gänseblümchen, Pixelio) [Read more...]
Depressions-Tests
Gefühle lassen sich ebenso schwer messen wie Schmerzen. Wer eine Depression hat, der weiß das oft selbst – er fühlt es deutlich. Um jedoch in etwa einzuschätzen, ob jemand depressiv ist oder nicht, gibt es eine Reihe von Tests. Sie bieten einen groben Anhaltspunkt für das Befinden des Betroffenen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tobias Zeller, Pixelio) [Read more...]
Negativ-Bias bei Depressionen
Wer an einer Depression leidet, der kann oft am schönsten Sonnenstrahl und an der prächtigsten Blume nichts Schönes mehr erkennen. Es ist, als ob man bei einer Depression eine grau-gefärbte Brille tragen würde. Diese “verzerrte Wahrnehmung” nennen Wissenschaftler einen “Negativ-Bias” (sprich: “baies”). “Bias” ist das englische Wort für “Tendenz”, “Voreingenommenheit” oder auch “systematischer Fehler”. Woher diese “Negativ-Wahrnehmung”, diese “affektive Urteilsverzerrung” kommt, daran forschen die Forscher gerade emsig. Ein Forscherteam um Katja Werheid, Humboldt-Universität Berlin, will herausfinden, ob bei einer Depression Negatives stärker verarbeitet wird oder Positives schwächer wahrgenommen wird. Vielleicht ist auch beides möglich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © rograb, Pixelio) [Read more...]
Schwächen anbieten – warum macht man das?
Es gibt Menschen, die tragen ihre Fehler geradezu vor sich her. Während einige Menschen ihre Fehler überspielen und versuchen, sie zu verbergen, gibt es andere, die ständig zeigen: “Sehr her, hier habe ich eine Schwäche.” Manchmal ist es, als wollten sie damit sagen: “Haut ruhig rein.” Wenn andere die “Einladung” dann annehmen und tatsächlich auf den eigenen Schwächen “herumtanzen”, hält man das vielleicht zunächst gut aus und “genießt” es vielleicht sogar ein wenig. Doch dann kommt die Wut und man denkt sich: Demnächst werde ich meine Schwächen nicht so zur Schau stellen. Demnächst gebe ich anderen nicht die Gelegenheit, mich bei meinen Schwächen zu packen. Doch manche Menschen kommen immer wieder in diese Situation – woran liegt das? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Ich-und-Du, Pixelio) [Read more...]
Man “muss” das Leben nicht schön finden
Vor einiger Zeit sah ich einen alten, bekannten Herrn im Fernsehen, der sagte in aller Seelenruhe: “Nach all dem, was ich erlebt habe, kann man das Leben nicht mehr schön finden.” Er sagte es ganz selbstverständlich. Da war keine “Gefahr”, dass da irgendein Arzt kommt und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer anbietet. Da war kein Aufmunterungsversuch von Seiten der Moderatoren. Er sagte es ruhig und es war ok. Heute hat man ja immer das Gefühl, man macht grundsätzlich etwas falsch, wenn man “lebensunlustig” ist oder wenn man eine lang anhaltende “Depression” hat. “Gestört” ist das, sagen die Klassifikationssysteme der Medizin. Doch warum sollte das in diesem Fall “gestört” oder “krank” sein? Was der Mann im Fernsehen sagte, war doch nur allzu “gesund”. Was er fühlte, war eine “normale” Reaktion auf das, was er erlebt hatte. Und doch sah er nicht so aus, als wollte er direkt den Löffel abgeben. Er wirkte auf mich, als sei er trotzdem fähig, noch das ein oder andere im Leben zu genießen und zufrieden zu sein. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Twinlili, Pixelio) [Read more...]
Dysthymia
“Dysthymia” oder “Dysthymie” heißt wörtlich “Verstimmung” (dys = ungut, Thyme = Stimmung, Gemüt). Die Dysthymie ist eine Form der Depression. Dabei handelt es sich um eine chronische “depressive Verstimmung”, also nicht gerade um eine schwere Depression. Aber diese Verstimmung tritt bei den Betroffenen immer wieder auf. Sie begleitet die dysthymen Patienten meistens über viele Jahre, oft schon von Jugend an. (ICD-10: Dysthymia = F.34.1)
Selffulfilling Prophecy – oft missverstanden
Natürlich gibt es sie: scheinbar “geheime Kräfte”, die uns bei unseren Vorhaben immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Oft sind es unbewusste Erwartungen, Wünsche oder Phantasien, die verhindern, dass wir unser Ziel erreichen. Da fällt ein Student immer wieder durch die Prüfung, auf die er sich gut vorbereitet hat, weil er insgeheim den Neid des unstudierten Vaters fürchtet. Der Student weiß: “Ich werde sowieso wieder durch die Prüfung fallen.” Er fällt aber nicht durch, weil er es sich so sagt, sondern weil er Ängste hat, von denen er nichts weiß und die vielleicht erst in einer psychoanalytischen Therapie verstanden werden können. Die “Selffulfilling Prophecy” wird jedoch oft missverstanden, weil mit bewussten Vorgängen argumentiert wird. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Bork, Pixelio) [Read more...]
Major Depression
Im englischsprachigen Raum wird eine unipolare Depression (also eine Depression ohne Phasen der Hochstimmung = ohne Phasen der Manie) als “Major Depression” bezeichnet. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schreibt in seiner Leitliniensynopse zum Thema “Depression” aus dem Jahr 2009: (Text: © Dunja Voos. Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]
Wieviel Herd verträgt die Frau?
Unter Müttern wird heiß diskutiert: Wieviel Kinderbetreuung ist nötig? Wieviel kann/darf die Mutter arbeiten und wie sehr sollte sie sich um die Kinder kümmern? Die “Herdprämie” hat diese Diskussion angeheizt. (Als “Herdprämie” wird das Betreuungsgeld bezeichnet, das Eltern erhalten, wenn sie ihre Kinder selbst betreuen und nicht in die Kindertagesstätte schicken.) Gerade unter Müttern wird viel über den “Herd” diskutiert – er ist ein interessantes Symbol unserer Zeit. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Bork, Pixelio) [Read more...]



