19.06.2013.

Trauma und das vegetative Nervensystem

Dubai 2012Patienten mit Panikattacken beschreiben es immer wieder: Plötzlich ist ihnen schlecht und schwindelig oder sie haben Atemnot. Das sind typische Reaktionen des vegetativen Nervensystems auf innere Nöte. In einer psychoanalytischen Therapie wird oft deutlich, dass diese Symptome mit psychischen Verletzungen zusammenhängen, die den Betroffenen früher widerfahren sind. Gerade die generalisierte Angststörung ist oft verbunden mit einer Erregung des vegetativen Nervensystems. Der kanadische Psychoanalytiker Dr. Joseph Fernando beschreibt das in seinem Buch “The Processes of Defense: Trauma, Drives and Reality – a new Synthesis” sehr anschaulich. Er spricht von einer “diffusen vegetativen Erregung”, die typisch für Traumata ist (“… diffuse vegetative excitation seen in trauma”, S. 133). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Torsten Bogdenand, Pixelio) [Read more...]

Panikattacken am Mikrofon

Panikattacken treten gerne dann auf, wenn man sie nicht braucht: In der Nacht, im vollbesetzten Bus, im Stau oder während der Arbeit. Besonders schwierig wird es für diejenigen, die während einer Panikattacke gerade im Rampenlicht stehen: Politiker, Lehrer, Ärzte, aber auch Radio- oder TV-Moderatoren. Bereits im September 2008 schrieb die Journalistin Ilona Hartmann in der Zeitschrift “journalist” (9/2008, S. 52-53) einen Beitrag zu diesem Thema: “Wenn die Stimme versagt”, so lautete der Titel. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Maclatz, Pixelio) [Read more...]

Die Angst der Ärzte vor den Ärzten

Uniklinik Aachen

Uniklinik Aachen

Kürzlich kontaktierte mich eine Ärztin, die eine unglaubliche Angst davor hatte, selbst zum Arzt zu gehen. Diffuse Beschwerden ließen sie befürchten, sie könne an einem Hirntumor leiden. Sie traute sich jedoch nicht, ein MRT-Bild anfertigen oder ihren Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) untersuchen zu lassen – nicht nur aufgrund ihrer lähmenden Angst vor einer schrecklichen Diagnose, sondern auch aufgrund ihrer Angst, in den Händen ihrer Kollegen verloren zu sein. Die Ärztin wirkte auf mich völlig “un-gehalten”, sie war wortwörtlich “halt-los”. Sie quälte sich schon lange mit ihren Ängsten, ohne dass sie irgendeine Möglichkeit sah, jemandem diese Ängste anzuvertrauen. Die Angst der Ärzte vor den Ärzten ist jedoch gar nicht so selten. Viele Ärzte haben damit zu kämpfen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Stephan Schmied, Pixelio) [Read more...]

Angststörung ohje!
“Fortbildung” im Ärzteblatt zum Kopfschütteln

aerzteblatt_angstImmer wieder erzählen mir Patienten, dass ihnen ihr Hausarzt oder Psychiater bei ihrer Angststörung nicht weiterhelfen konnte. Im Ärzteblatt vom 26. April 2013 fand ich nun eine “Fortbildung” für Ärzte, die mir direkt klar machte, warum sie da nicht weiterhelfen. Der Erstautor Borwin Bandelow veröffentlicht regelmäßig Beiträge zum Thema “Angststörung” – von ihm ist auch das “Angst Buch”, das 2006 im Rowohlt-Verlag erschienen ist. Er und alle weiteren Autoren werden für Forschungsarbeiten, Beratertätigkeiten oder Vorträge von der Pharmaindustrie unterstützt (siehe “Interessenkonflikt” am Ende des Ärzteblatt-Beitrages). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot Ärzteblatt) [Read more...]

Die hochambivalente Mutter

gitti“Der Turm, der wackelt, der Turm, der wackelt, die oberste Spitze fällt ab.” Kennen Sie dieses Kinderlied? Wie an der Spitze eines solchen Turmes muss sich ein Kind fühlen, dass eine hochambivalente Mutter hat. Ob es Mütter gibt, die “nur schlecht” sind, wage ich zu bezweifeln. Wohl alle Mütter haben auch gesunde, ruhige und liebevolle Seiten. Doch das Kind einer ambivalenten Mutter, die in extremem Ausmaß mal so, mal so ist, kann sich nicht orientieren. Das Kind wird davon ganz unruhig. Es kann nicht einfach “sein”. Es muss immer die Lage checken und sich fragen: “Wie ist mir die Mutter heute gesinnt? Bekomme ich plötzlich Prügel oder Strafen, obwohl ich nichts Schlimmes getan habe? Wird sie nett und zugewandt sein? Ist sie gut gelaunt? Kann sie ertragen, wenn es mir gut geht?” (Text: © Dunja Voos, Bild: © Gitti, Pixelio) [Read more...]

Angststörung – Chat am Samstag, 11.5.2013, 14-15 Uhr

Uschi_Dreiucker_WieseIn der Medizin werden viele Formen der Angststörung unterschieden: Da gibt es zum Beispiel die Agoraphobie (die Angst vor weiten Plätzen), die Sozialphobie (Angst vor mitmenschlichen Kontakten), die generalisierte Angststörung (“GAS”) und die Panikattacken. Viele Betroffene würden jedoch sagen: “Ich habe von allem etwas.” Und so ist es auch: Wer versucht, die Psyche und psychische Probleme in “Einzelteile” zu zerlegen, der merkt oft, dass das nicht so leicht geht. Wie also lässt sich eine Angststörung erklären? Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es und was kann man während einer Panikattacke tun? Ich möchte Sie einladen, in einem Chat Ihre Fragen stellen und über die Angststörung zu chatten: Samstag, 11.5.2013, 14-15 Uhr. Die Chat-Adresse lautet: http://stinto.net/b27iz. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Uschi Dreiucker, Pixelio)

Cortisol, Depressionen und Panikattacken

uniklinik_dresdenDas “Stresshormon” Cortisol spielt anscheinend bei Depressionen und Panikattacken eine große Rolle. Ich habe da das Bild von ängstlichen und dünnen Studentinnen, die von Panikattacken geplagt sind. Und dann gibt es die übergewichtigen, ruhigeren, älteren Frauen, die unter Depressionen leiden. Häufig aber wechseln sich Panikattacken und Depressionen ab; Ängste können eine Depression überdecken. Welche Rolle spielt das Cortisol dabei? Dieser Frage geht das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus (Dresden) in einer Studie nach. Weitere Informationen finden Sie hier: www.uniklinikum-dresden.de. [Read more...]

Tipps gegen Flugangst

Wenn Sie unter Flugangst leiden, dann gibt es ein patentes Mittel: einfach nicht in ein Flugzeug steigen. Nun lässt sich ein Flug realistischerweise jedoch nicht immer vermeiden. Hier ein paar Tipps, wie Sie die Flugangst lindern können. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Jürgen Kasparek, Pixelio)

Aktueller Hinweis: Flugangstseminar von Flugkapitän Rainer Plesse am 27. und 28.4.2013 in der VHS Leverkusen

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Depersonalisation und Derealisation

de_Rainer SturmEs gibt Momente, da wird’s einem ganz komisch. In unangenehmer Weise meint man, neben sich zu stehen. Man fühlt sich dabei völlig isoliert, ohne Bezug zu sich selbst oder zu anderen. Diesen Zustand nennen Ärzte und Psychologen “Depersonalisation”. Dieses Gefühl tritt häufig ab der Pubertät auf sowie bei psychischer Anspannung. Besonders gut kennen es Patienten mit einer Angst- oder Borderlinestörung. Da erscheint einem z.B. die eigene Hand ganz fremd oder man hört sich lachen und hat das Gefühl, man ist emotional ganz woanders. Nach ein paar Momenten vergeht dieses Gefühl wieder. Das gleiche Gefühl kann sich auch in Bezug auf die Umwelt einstellen. Alles um einen herum kommt einem dann fremd vor. Das bezeichnet man als “Derealisation”. Oft sind die Zustände “Derealisation” und “Depersonalisation” nicht zu trennen – sie treten oft gleichzeitig auf. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Schwächen anbieten – warum macht man das?

Wolf_Ich-und-DuEs gibt Menschen, die tragen ihre Fehler geradezu vor sich her. Während einige Menschen ihre Fehler überspielen und versuchen, sie zu verbergen, gibt es andere, die ständig zeigen: “Sehr her, hier habe ich eine Schwäche.” Manchmal ist es, als wollten sie damit sagen: “Haut ruhig rein.” Wenn andere die “Einladung” dann annehmen und tatsächlich auf den eigenen Schwächen “herumtanzen”, hält man das vielleicht zunächst gut aus und “genießt” es vielleicht sogar ein wenig. Doch dann kommt die Wut und man denkt sich: Demnächst werde ich meine Schwächen nicht so zur Schau stellen. Demnächst gebe ich anderen nicht die Gelegenheit, mich bei meinen Schwächen zu packen. Doch manche Menschen kommen immer wieder in diese Situation – woran liegt das? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Ich-und-Du, Pixelio) [Read more...]

Schwindel und der Weg zu neuem Halt

SchwindelNie fühlte sich die Studentin so hilflos: Als sie aufwachte, drehte sich die Welt. Sie litt an einem furchtbaren Drehschwindel, erbrach, war seekrank, ohne auf einem Schiff zu sein. Beim Gehen schwankte sie wie eine Betrunkene. Die Diagnose: Neuronitis vestibularis, das heißt, ein Gleichgewichtsnerv war ausgefallen. Diese Art des Schwindels tritt meistens plötzlich auf, dauert einige Tage oder Wochen und vergeht dann langsam wieder. Weniger dramatisch, aber oft über Jahre immer wieder auftretend und quälend, ist der Schwankschwindel, bei dem die Patienten oft das Gefühl haben, im nächsten Moment umzufallen oder ohnmächtig zu werden. Viele sind lange auf der Suche nach Hilfe. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Dorothea Jacob, Pixelio) [Read more...]

Selffulfilling Prophecy – oft missverstanden

Petra_Bork_TorwandNatürlich gibt es sie: scheinbar “geheime Kräfte”, die uns bei unseren Vorhaben immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Oft sind es unbewusste Erwartungen, Wünsche oder Phantasien, die verhindern, dass wir unser Ziel erreichen. Da fällt ein Student immer wieder durch die Prüfung, auf die er sich gut vorbereitet hat, weil er insgeheim den Neid des unstudierten Vaters fürchtet. Der Student weiß: “Ich werde sowieso wieder durch die Prüfung fallen.” Er fällt aber nicht durch, weil er es sich so sagt, sondern weil er Ängste hat, von denen er nichts weiß und die vielleicht erst in einer psychoanalytischen Therapie verstanden werden können. Die “Selffulfilling Prophecy” wird jedoch oft missverstanden, weil mit bewussten Vorgängen argumentiert wird. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Bork, Pixelio) [Read more...]