25.05.2013.

E-Mailberatung bei ADHS auf psychoanalytischer Grundlage

rainer_sturm_kletternADHS ist oft ein Kraftakt für Eltern, Kinder und Lehrer. Die gängigen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen sind manchmal schon ausgeschöpft und doch ist das Problem nur schwer “in den Griff” zu bekommen. Viele Eltern fragen sich auch: “Soll ich meinem Kind wirklich Medikamente geben?” Und immer schwingen dabei mit: Schuldgefühle, Selbstanklagen und Besserwisserei der anderen. Das Leben mit ADHS ist ein Weg, auf dem immer wieder neue Fragen auftauchen. Ich berate erwachsene ADHS-Patienten, Eltern von Kindern mit ADHS sowie Lehrer per E-Mail. Meine Beratung beruht auf Sichtweisen der Psychoanalyse zu diesem Thema. Die E-Mailberatung ist kostenpflichtig – mehr Informationen finden Sie hier. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio)

Zukunfts-Albtraum ADHS: Aufklärungskampagnen auch auf Bundesebene pharmagesteuert?

“ADHS und Zukunftsträume” (www.adhs-zukunftstraeume.de) – so lautet der Name einer “Informationskampagne”, die vom Pharmaunternehmen Shire gesteuert wird. Shire vertreibt das Medikament Equasym® (Wirkstoff: Methylphenidat), das zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt wird. Die Agentur, die Shire bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, ist die Agentur Isgro, die bereits mit dem Schlagwort “Best Practice” in Bezug auf die ADHS-Aufklärung versehen wurde (“Kleine Krieger ganz groß”, PDF). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot-Ausschnitt www.adhs-zukunftstraeume.de) [Read more...]

ADHS: Lesetipp

Ich habe zwei wunderbare Texte zum Thema “ADHS” gefunden, die ich unbedingt empfehlen möchte. Sie zeigen, wie sehr psychische Traumata (z.B. Scheidung der Eltern) und Beziehungserfahrungen an der Entstehung von Unruhe, Unkonzentriertheit und Impulsivität beteiligt sind: [Read more...]

“Falsche Erziehung” – was ist denn das?

Kette_Rainer_SturmAlso, ich selbst habe eine Beziehung zu meinem Kind. Bei dem Begriff “Erziehen” denke ich an nutzlose Eltern-Kind-Rangeleien, an das “Hinzerren in eine von den Eltern gewünschte Richtung”, an Ohrfeigen, ans Geradesitzen und Bedanken. Ich kann mit dem Begriff “Erziehung” überhaupt nichts anfangen. Daher weiß ich auch nicht, was eine “falsche Erziehung” ist. Wenn ich beruflich im Stress bin und meinem Kind nur mit halben Ohr zuhöre, wird es irgendwann unruhig, quengelig und “unartig”. Wenn ich erkältet bin, wenn ich sauer bin auf eine Freundin, dann kommt mein Kind unter Umständen zu kurz. Und das äußert mein Kind durch Unbehagen. Hört man genau hin, kann man feststellen, dass es anfangs seine Wünsche “angemessen” äußert. Das “Unerzogene”, das kommt erst, wenn ein Kind mehrfach nicht gehört oder angeschaut wurde. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Shared Attention – geteilte Aufmerksamkeit

Erika_HartmannMutter (Vater, Oma, Opa …) und Kind können einander betrachten, miteinander kuscheln, spielen und reden. Oder aber sie können beisammen sein, während jeder seiner Beschäftigung nachgeht: Die Mutter kocht, das Kind spielt. Eine Idylle – und eine wichtige Erfahrung für beide.
Dann gibt es noch die “Shared Attention”, die “geteilte Aufmerksamkeit”, bei der Mutter und Kind sich gemeinsam um etwas kümmern, zusammen etwas schaffen oder gemeinsam etwas betrachten. Beide schauen auf dasselbe “Dritte” mit demselben Interesse und derselben Freude. Auch diese Erfahrung ist ganz wichtig. Kinder, die diese Erfahrung oft genug und ausreichend lang mit der Mutter (dem Vater etc.) gemacht haben, können sich leicht mit anderen auf etwas Gemeinsames einlassen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Erika Hartmann, Pixelio)

Familienpatinnen beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF)

skf_Gestern habe ich als Referentin zum Thema “ADHS” das Familienzentrum St. Margareta in Brühl (www.kkib.de, > Einrichtungen > Kindertagesstätten) besucht. Hier habe ich ein paar wunderbare Frauen kennengelernt, die als sogenannte “Familienpatinnen” arbeiten – sie sind ehrenamtlich beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) im Rhein-Erft-Kreis tätig. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screehshot SKF Rhein-Erft) [Read more...]

ADHS – Umwelt oder Gene?

verena_muenchDie Diagnose “Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom” (ADHS) kommt im Klinischen Wörterbuch “Pschyrembel” von 1998 noch gar nicht vor. Sucht man im Archiv des Deutschen Ärzteblatts nach “ADHS”, so finden sich erste Artikel im Jahr 2001. Seither ist eine – teils fruchtbare, teils furchtbare – Diskussion über ADHS, aber auch über andere psychische Erkrankungen in Gang gekommen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Verena Münch, Pixelio) [Read more...]

ADHS – das umstrittene Syndrom

Informationen zu ADHS sind oft widersprüchlich. Das liegt unter anderem an den verschiedenen Ansichten von Psychoanalytikern und Verhaltenstherapeuten. Ein Kind, das weint, ist traurig. Der Grund für die Traurigkeit ist nicht zu erfassen, wenn man das Kind nicht fragt oder gut kennt. Ganz ähnlich ist es mit ADHS auch – ein Kind, das unruhig ist, kann viele Gründe dafür haben. Welche Bedeutung ich als Mutter, Vater oder Therapeut diesen Zeichen gebe, ist noch einmal eine ganz andere Frage. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Das Drama des hochbegabten Kindes?

Eine Mutter hatte eine wenig schöne Kindheit – Gewalt, Herzlosigkeit, harte Strafen waren an der Tagesordnung. Diese Mutter hat einen Sohn. Wenn der Sohn weint oder “Theater macht”, wird er nicht getröstet – die Mutter hat Angst, dass er sonst auf das Weinen “konditioniert” wird. Es herrscht ein rauher Ton und die Angst ist groß, der Sohn könne der Mutter auf der Nase herumtanzen. Eine Regel nach der anderen wird aufgestellt. Der Sohn, dessen “Ich will” stets überhört wird, muss sich viele “Ausreden” ausdenken, um seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Man sagt dem Sohn nach, er sei ein “kluges Kerlchen”. Er störe jedoch den Unterricht. Die Mutter erhöht den Druck, der Junge wird immer “cleverer” und die Lehrerin bittet zum Gespräch. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Berggeist007, Pixelio) [Read more...]

Autismus-Spektrum-Störung

Als “Autismus-Spektrum-Störung” werden Störungen bezeichnet, die sich irgendwo auf der Skala der Störungen zwischen ausgeprägtem, frühkindlichen Autismus und dem Asperger-Syndrom (vereinfacht gesagt: eine leichte Form des Autismus) befinden. Sehr gut erklärt wird der Begriff auf der Website der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Marburg. Frühkindlicher Autismus ist dadurch gekennzeichnet, dass das Kind keinen emotionalen Kontakt mit der Mutter aufnimmt – es erwidert kein Lächeln und vermeidet den Blickkontakt. Später nimmt das Kind keinen Kontakt zu anderen Kindern auf. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Franziska, Pixelio) [Read more...]

Asperger-Syndrom

Die Diagnose “Asperger Syndrom” ist relativ neu – erst 1989 wurden die ersten Diagnosekriterien dazu veröffentlicht. Kinder und Erwachsene mit “Asperger-Syndrom” mögen es oft nicht, mit anderen Menschen eng zusammenzusein – es setzt sie unter Stress. Laute Geräsuche und starke Gerüche belästigen sie starker als andere Menschen. Betroffene Kinder hatten oft schon früh einen großen Wortschatz und wetteifern mit ihren Lehrern um Wissen. Relativ häufig haben die Betroffenen ein außergewöhnliches Hobby. Die Diagnose “Asperger-Syndrom” ist nicht unproblematisch. Auch auf sogenannte “hypersensible Kinder” oder “schizoide Kinder” können diese Beschreibungen zutreffen – ebenso wie auf Kinder, die durch familiäre Gewalt traumatisiert sind. Welche Diagnose ein Patient letzten Endes erhält, hängt wesentlich von der Ausbildung und Richtung des Therapeuten ab. Die Diagnose “Asperger” wird häufig dann gestellt, wenn die Nähe zum Autismus relativ deutlich ist. Die Kinder zeigen ein ausgeprägtes Interesse am Detail (“Schau mal, auf diesem Modellschiff ist der Bug einen Millimeter länger als auf jenem.”) (Text: © Dunja Voos, Bild: © Willi Heidelbach, Pixelio) [Read more...]

Externalisierende Störungen

Ärzte und Psychologen bezeichnen Verhaltensauffälligkeiten (meistens bei Kindern und Jugendlichen) als “externalisierende Störungen”. Eine “externalisierende Störung” ist also etwas, was man von außen beobachten kann. Dazu gehören zum Beispiel Unruhe und Zappeligkeit (“hyperkinetische Störung”) oder aggressives Verhalten (“Störungen des Sozialverhaltens”). “Internalisierende Störungen” hingegen kann man von außen nicht sehen. Das sind Probleme, die innerlich bearbeitet werden, wie zum Beispiel Selbstzweifel, Depressionen oder Ängste. Eine “externalisierende Störung” wird häufiger den Jungen zugeordnet, wohingegen Mädchen häufiger an “internalisierenden Störungen” leiden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © piu700, Pixelio) [Read more...]