Der Säuglingsforscher René Spitz (1887-1974) bzeichnete die Mundhöhle als “Urhöhle”, weil er davon ausging, dass der Säugling die frühesten und wichtigsten Erfahrungen mit dem Mund macht. Erst an zweiter Stelle standen für ihn die Sinneserfahrungen, die mit den Augen gemacht werden. (René Spitz war ungarischer Abstammung und ließ sich bei Sandor Ferenczi zum Psychoanalytiker ausbilden. Später machte er eine Lehranalyse bei Sigmund Freud. Quelle: Wikipedia) (Text: © Dunja Voos, Bild: © Sascha Buhl, Pixelio)
Urhöhle
Die anale Phase – Töpfchentraining unnötig
Im zweiten und dritten Lebensjahr ist ein Kind in der “analen Phase”. In dieser Zeit lernt es, Stuhl und Urin bewusst zu halten oder abzugeben. Töfchentraining ist dabei unnötig. Es reicht, ein Töpfchen bereitzustellen und dem Kind zu zeigen, wie man selbst auf die Toilette geht. Wenn das Kind soweit ist, wird es innerhalb weniger Tage von selbst “trocken”. Stolz setzt es sich dann auf sein “Thrönchen” und fühlt sich wie ein kleiner König. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Esther Hildebrandt – Fotolia.com) [Weiterlesen...]
Die orale Phase
Im ersten Lebensjahr stehen Saugen, Nuckeln und das Verlangen, alles in den Mund zu nehmen, an oberster Stelle. Das Baby erkundet seine Welt mit dem Mund – es ist in der “oralen Phase” (os [lateinisch] = Mund). Geprägt wurde der Begriff von Sigmund Freud. Zunächst überwiegt das passive “Bekommen”. Mit dem Einsatz der Hände und mit den Zähnchen kommt das aktive “Sich-Nehmen” hinzu. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rike, Pixelio) [Weiterlesen...]
“Was sagt man da?” Vom Bitten und Danken.
Ist ein “Danke” unter Zähneknirschen ein wirkliches Danke? Wer sein Kind gut “erziehen” will, der hört sich vielleicht dann und wann sagen: “Und was sagt man da?” Verschüchtert versteckt sich das Kleine hinter Mamas Bein und flüstert: “Danke.” Irgendwie beschämt kommt dieses Wort hervor. Und so wird sich das Kind auch fühlen. (Text: © Dunja Voos. Bild: © HP Reichartz, Pixelio) [Weiterlesen...]
Open-Window-Phänomen:
Zu wenig Bindung macht kleine Kinder infektanfällig
Zwar kommen Viren oft einfach so angeflogen. Aber ob wir uns erkälten oder nicht, ist nicht nur eine Frage der Viren. Infektionen sind immer eine Frage von “Resistenz und Virulenz”. Das heißt einerseits: Je aggressiver ein Virus, desto leichter erwischt er uns (“hohe Virulenz” des Virus). Andererseits heißt es: Je resistenter wir sind, desto schwerer fällt es den Viren, uns anzugreifen (“hohe Resistenz” des Menschen). Wir wissen aus dem Alltag, dass Stress uns anfällig für Infekte machen kann. Diesen Mechanismus bezeichnen Wissenschaftler als “Open-Window-Phänomen”: Das Immunsystem fährt bei Stress herunter und öffnet Keimen Tür und Tor. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Carolin Daum, Pixelio) [Weiterlesen...]
Bachelor of Arts: Bildung und Erziehung in der Kindheit (BABEK)
An der Fachhochschule Potsdam ist es möglich, für den Beruf des Erziehers zu studieren. BABEK steht für Bachelor of Arts in Bildung und Erziehung in der Kindheit. Das Studium zeichnet sich durch seine psychoanalytische Schwerpunktsetzung aus. Bewerbungen sind jeweils bis zum 15. Juli eines Jahres möglich. Infos gibt es bei der Fachhochschule Potsdam (FHP). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Hofschläger, Pixelio)
Wir erfinden einen Kindergarten
Unser echter Kindergarten ist sehr schön: Eine große Eingangshalle mit viel Licht und schönem Holzboden schafft eine heimelige Atmosphäre. Viele Pflanzen stehen dort und die Wellensittiche zwitschern aus ihren Käfigen. Kürzlich saßen einige von uns Müttern in der Bücherecke und die Kinder spielten neben uns. Aus der Küche duftete es. Dann sagte eines der Kinder: “Jetzt müssten wir nur noch Mamas Arbeit hierherbringen.” Ich stellt mir vor, wie ein paar Bürotische Platz fänden in dieser schönen Eingangshalle. Ich hätte große Lust dazu gehabt, genau hier zu arbeiten. Die Kinder und Mütter überlegten weiter: Wie würde der Kindergarten aussehen, den wir erfinden würden? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rolf Handke, Pixelio) [Weiterlesen...]
Conceptual Change
“Die Sonne dreht sich um die Erde”, dachten die Menschen lange Zeit. “Nein, die Erde dreht sich um die Sonne”, fand Galileo Galilei Anfang des 17. Jahrhunderts heraus. Die Menschen erschraken – das neue Weltbild machte ihnen Angst. Sie mussten ihr Denken verändern. Diese Veränderung des “Konzeptes im Kopf” nennen Pädagogen “Conceptual Change”. Solch ein Lernschritt ist oft mit Unbehagen verbunden. Wenn Kinder von ihren alten Konzepten wegrücken müssen, um Neues zu lernen, fällt ihnen das oft ebenfalls sehr schwer. Je angstfreier ein Kind im Allgemeinen ist, desto leichter kann es Neues Lernen. Wie sehr Emotionen und Lernen zusammenhängen, erforschen der Kinderanalytiker Frank Dammasch und seine Kollegen (siehe Linkliste). [Weiterlesen...]
Konferenz ADHS
Die “Konferenz ADHS” ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich kritisch mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) befassen. Hier finden Patienten Informationen, die sonst nicht so leicht zu finden sind. Ins Leben gerufen wurde die Konferenz ADHS von dem Diplom-Psychologen Hans-Reinhard Schmidt. Ich selbst freue mich, Mitglied der Konferenz ADHS zu sein. Weitere Mitglieder sind unter anderen: Prof. Manfred Gerspach, Dr. Hans Hopf, Dr. Claus Koch, Prof. Dieter Mattner, Dr. Terje Neraal, Dr. Annette Streeck-Fischer, Dr. Hans von Lüpke uvm. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot www.adhs-konferenz.de)
Buchtipp: Lasst eure Kinder in Ruhe!
Eltern sorgen sich darum, dass ihr Kind früh genug “gefördert” wird – dass es Sprachen und Sprechen lernt, dass es bei kleinsten “Auffälligkeiten” Ergotherapie erhält, dass es “Sozialsein lernt”. Der Erziehungsexperte Wolfgang Bergmann fragt besorgt: “Aber warum sorgen sie sich nicht mindestens genauso um eine frohe unbeschwerte (und nicht an Leistung gebundene) Kindheit?” (S. 40). Bergmanns Buch “Lasst eure Kinder in Ruhe!” ist die reinste Erholung für fördergeplagte Eltern. Wer dieses Buch liest, kann erst mal aufatmen und einen Gang zurückschalten. Bergmann nimmt den Leser mit auf eine wunderbare Reise durch kindliches Erleben. Während das Kind seine Welt im freien Spiel erobert, lernt es alles, was es braucht. Bergmann beschreibt, wie Frühförderung im Gegensatz dazu das Kind einzwängt und wie sie die Intelligenz der Kinder sogar behindern kann. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Kösel-Verlag) [Weiterlesen...]
Das Kreuz mit den “U” –
über Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt
“Wer hat die Krone auf?” “Aus welchem Material besteht der Tisch?” “Male mal ein Männchen.” Typische Sätze aus Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt. “Niemand hat hier die Krone auf”, antwortet das kleine, schlaue Kind. “Aus Holz”, sagt die Kleine – puh, zum Glück kennt sie das Wort “Material”. “Ihr Kind malt das Männchen noch mit 8 Fingern an einer Hand”, sagt der Kinderarzt. Die Mutter lässt den Kopf hängen. Wie wird hier eigentlich ihr Kind vermessen? Normtabellen überall. Doch werden sie dem Kind gerecht? Der Kinderarzt kennt das Kind doch gar nicht – noch weniger die Helferin. Nur die Mutter weiß, wieviel es plappert, wie schnell es schon laufen kann, wie gut es sich zu Hause zu helfen weiß. Doch die Fragen und Vermessungen beim Kinderarzt erscheinen wie eine Farce. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, Pixelio) [Weiterlesen...]
Buchtipp: Die 10 größten Erziehungsirrtümer
“Erziehen Sie noch selbst? Oder wollen Sie dies bei nächster Gelegnheit tun? Dann könnte dieses Buch ein Gewinn für Sie sein.” So beginnen die Autoren Ralph Dawirs und Gunther Moll ihr Buch “Die 10 größten Erziehungsirrtümer – und wir wir es besser machen können”. Ralph Dawirs ist Professor für Neurobiologie und Gunther Moll Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Erlangen (www.kinder-kompetenz.com und www.gunther-moll.de). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Beltz) [Weiterlesen...]



