19.05.2013.

Adipositas und die Psyche

Adipositas ist das medizinische Wort für starkes Übergewicht, oder auch “Fettleibigkeit” (lateinisch adeps = fett). Adipositas permagna schreiben Ärzte hin, wenn sie die “richtig Dicken” meinen, denn “permagnus” kommt aus dem Lateinischen und heißt “sehr groß”. Ab einem Body-Mass-Index (BMI)* von 25 gilt man als übergewichtig, ab einem BMI von 30 als “fettleibig” (= adipös). Ab einem BMI von 40 wird der Ausdruck “Adipositas per magna” verwendet. Der etwas “boshafte” Beigeschmack ist dabei nicht zu verleugnen. Der Ratschlag zu Obst, Vollkornprodukten und gesunder Ernährung ist immer da, doch die Bedeutung der Psyche wird eher selten erwähnt.(Text: © Dunja Voos, Bild: © Gänseblümchen, Pixelio) [Read more...]

Depressions-Tests

Gefühle lassen sich ebenso schwer messen wie Schmerzen. Wer eine Depression hat, der weiß das oft selbst – er fühlt es deutlich. Um jedoch in etwa einzuschätzen, ob jemand depressiv ist oder nicht, gibt es eine Reihe von Tests. Sie bieten einen groben Anhaltspunkt für das Befinden des Betroffenen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tobias Zeller, Pixelio) [Read more...]

Five Facet Mindfulness Questionnaire (FFMQ)

“Achtsamkeit” (Mindfulness) ist ein Zustand. Achtsamkeit zeichnet sich durch verschiedene “Eigenschaften” oder “Fähigkeiten” aus: Wer achtsam ist, kann das Hier und Jetzt erleben, ohne zu bewerten. Er beobachtet sich gut und verfügt über einen inneren Raum, sodass er nicht immer sofort reagieren muss. Er kann seine Erlebnisse gut in Worte fassen. Achtsamkeit schützt vor Depressionen, heißt es. “Achtsamkeit” bedeutet, achtsam zu sein. Wer häufig Achtsamkeits-Übungen ausführt, kann oft positive Effekte an sich feststellen, wie z.B. allgemeine Entspannung. Wie “achtsam” eine Person “von Natur aus” ist, lässt sich mithilfe eines Fragebogens (Questionnaire) ermitteln. [Read more...]

Negativ-Bias bei Depressionen

rograbWer an einer Depression leidet, der kann oft am schönsten Sonnenstrahl und an der prächtigsten Blume nichts Schönes mehr erkennen. Es ist, als ob man bei einer Depression eine grau-gefärbte Brille tragen würde. Diese “verzerrte Wahrnehmung” nennen Wissenschaftler einen “Negativ-Bias” (sprich: “baies”). “Bias” ist das englische Wort für “Tendenz”, “Voreingenommenheit” oder auch “systematischer Fehler”. Woher diese “Negativ-Wahrnehmung”, diese “affektive Urteilsverzerrung” kommt, daran forschen die Forscher gerade emsig. Ein Forscherteam um Katja Werheid, Humboldt-Universität Berlin, will herausfinden, ob bei einer Depression Negatives stärker verarbeitet wird oder Positives schwächer wahrgenommen wird. Vielleicht ist auch beides möglich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © rograb, Pixelio) [Read more...]

Go-/No-go-Aufgaben in der Neurophysiologie

Vielleicht haben Sie ja schon einmal an einer wissenschaftlichen Studie teilgenommen und kennen diese Go-/No-go-Aufgabe ja: Sie sitzen vor einem Bildschirm und bekommen verschiedene Bilder gezeigt. Wann immer ein Buchstabe auf dem Bildschirm erscheint, sollen Sie schnell eine Taste drücken. Die Ausnahme: Immer, wenn ein “X” erscheint, dürfen Sie die Taste nicht drücken. Das Zeichen, bei dem die Teilnehmer drücken sollen, wird “Go-Stimulus” genannt – das Zeichen, bei dem sie das Drücken unterdrücken sollen (hier also das “X”), wird als “No-Go-Stimulus” bezeichnet. Mit solchen Aufgaben wird die Reaktionsfähigkeit (bzw. “Hemmfähigkeit”) des Gehirns getestet. [Read more...]

Depersonalisation und Derealisation

de_Rainer SturmEs gibt Momente, da wird’s einem ganz komisch. In unangenehmer Weise meint man, neben sich zu stehen. Man fühlt sich dabei völlig isoliert, ohne Bezug zu sich selbst oder zu anderen. Diesen Zustand nennen Ärzte und Psychologen “Depersonalisation”. Dieses Gefühl tritt häufig ab der Pubertät auf sowie bei psychischer Anspannung. Besonders gut kennen es Patienten mit einer Angst- oder Borderlinestörung. Da erscheint einem z.B. die eigene Hand ganz fremd oder man hört sich lachen und hat das Gefühl, man ist emotional ganz woanders. Nach ein paar Momenten vergeht dieses Gefühl wieder. Das gleiche Gefühl kann sich auch in Bezug auf die Umwelt einstellen. Alles um einen herum kommt einem dann fremd vor. Das bezeichnet man als “Derealisation”. Oft sind die Zustände “Derealisation” und “Depersonalisation” nicht zu trennen – sie treten oft gleichzeitig auf. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

DSM-V kommt im Mai 2013

Die fünfte Version des Diagnostischen und Statistischen Manuals der psychischen Störungen (DSM-V) wird wahrscheinlich im Mai 2013 erscheinen. Verfolgen kann man die Entwicklung auf der Website der American Psychiatric Association APA): www.dsm5.org.

Linktipp: AllPsych Online

AllPsychOnlineAuf der Suche nach DSM-IV-Nummern bin ich gerade auf die Website “AllPsych Online – The virtual Psychology Classroom” gestoßen. Hier werden psychiatrische Krankheitsbilder kurz und bündig erklärt (leider nur auf Englisch).

PQS (Psychotherapie-Prozess-Q-Sort)

Der “Psychotherapie-Prozess-Q-Sort” (PQS, Psychotherapy Process Q Set) ist Messinstrument, mit dem psychoanalytiche Therapien beschrieben werden können. Das PQS-Formular besteht aus 100 Items, die mögliche Szenen aus einer Sitzung beschreiben. Diese Items sind zum Beispiel so formuliert: Item Nr. 90: “Die Träume des Patienten werden besprochen”, Item Nr. 93: “Der Therapeut verhält sich neutral.” Wissenschaftler hören sich auf Video oder Tonträger aufgenommene Therapiestunden an, transkribieren (= verschriftlichen) sie und kreuzen dann an, welche Items zutreffen. In der Dissertation von Nataliya Zharkova sind die Items aufgelistet. Auf Seite 52 der Dissertation werden “20 charakteristische Items der ‘idealen’ psychoanalytischen Therapie” genannt. Der PQS wurde von dem Psychoanalytiker Enrico Jones (1947-2003) entwickelt. [Read more...]

Psychologische Tests – alle Namen auf einen Blick

Verzeichnis_Testverfahren_ZPIDGerade habe ich beim “Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation” (ZPID) etwas sehr Schönes gefunden: Eine Art “Telefonbuch” mit den Kurznamen unzähliger Psychologischer Tests: Das “Verzeichnis Testverfahren” enthält Kurznamen, Langnamen, Autoren und Testrezensionen (19. Auflage, Stand: Juni 2012). Allein der Teil mit den Kurznamen ist 147 Seiten dick – sehr beeindruckend! (Text: Dunja Voos, Bild: Screenshot ZPID)

Persönlichkeitsstörung

Sogenannte “persönlichkeitsgestörte Menschen” erkennt man gelegentlich auf den ersten Blick. Manchmal sind es die “bunten Früchtchen” unter uns: der eigenbrötlerische Professor, der cholerische Chef, der komische Kauz von nebenan. Auch manche Stars sind “persönlichkeitsgestört”. Doch Persönlichkeitsstörungen müssen nicht so auffällig sein. Sie sind relativ weit verbreitet: Etwa 10% der Bevölkerung sind hierzulande betroffen (AWMF-Leitlinie “Persönlichkeitsstörungen”, 2008). Doch auch, wenn dieser Begriff scheinbar nichts Gutes verheißt, leben viele Betroffene “ganz normal” und sind erfolgreich im Beruf. Manche können ihre “Störung” – vielleicht sollte man besser sagen “Verletzung” – in eine Stärke umsetzen. Andere wiederum leiden “irgendwie” sehr an ihrem Leben, ohne, dass sie ihr Leiden genauer benennen könnten – aber es gibt Aussicht auf ein glücklicheres Leben. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Renate Franke, Pixelio) [Read more...]

Paul Ekman – der “Gesichtsforscher”

Sind wir überrascht, heben wir die Augenbrauen und öffnen die Augen weit. Das tun alle Menschen auf der Welt – unsere Gesichter spechen eine Sprache. Der amerikanische Psychologe Paul Ekman hat sein ganzes Berufsleben lang Gesichter erforscht. Zusammen mit seinen Kollegen Wallace V. Friesen und Joseph C. Hager entwickelte er das “Facial Action Coding System”, eine Datensammlung einer schier unglaublichen Anzahl von Gesichtsausdrücken. Ekmans Erkenntnisse werden unter anderem in der Therapie von Menschen mit Autismus eingesetzt – hier können die Patienten “lernen”, welche Gesichtsausdrücke welche Gefühle ausdrücken. Paul Ekman erforschte jedoch nicht nur die Mimik, sondern auch die gesamte Körpersprache. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Katharina Wieland-Müller, Pixelio) [Read more...]