Mithilfe der PANSS (Positive and Negative Syndrom Scale, Positv- und Negativ-Syndrom-Skala) können Psychiater die Positiv- und Negativsymptome eine Patienten erfassen. Die PANSS ist ausführlich dargestellt in der Doktorarbeit von Kim Hinkelmann, Universität Hamburg, 2003.
Amygdala, der Mandelkern
Die Amygdala, zu deutsch “Mandelkern”, ist ein uralter Teil des Gehirns. Eine schöne Abbildung findet sich hier (Mr. Barlow’s Blog: “No amygdala, no fear”). Die Amygdala ist für unsere Gefühle zuständig. Hier entstehen Gefühle, hier werden sie teilweise gesteuert. Die Amygdala startet zum Beispiel “Alarmreaktionen, noch bevor das Großhirn darüber nachzudenken in der Lage ist” (Wettig 2009). Sie nimmt Sinneseindrücke und Empfindungen auf, speichert sie und leitet sie an das Großhirn weiter. Weil die Amygdala eng mit anderen Hirnteilen, wie z. B. dem Hippocampus, verbunden ist, setzt sie auch körperliche Reaktionen in Gang, die die Gefühle begleiten – dazu gehören zum Beispiel Pulsveränderungen, Veränderungen der Muskelspannung oder auch Veränderungen der Verdauung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Klaus-Uwe Gerhardt, Pixelio) [Weiterlesen...]
Konfidenzintervall
Wer eine Frage anhand einer Stichprobe beantworten will, kann nie sicher sein, wie repräsentativ diese Stichprobe ist. Ausgedachtes Beispiel: Ich nehme 100 Schüler, um die Frage zu beantworten, welche Mathe-Note am häufigsten vergeben wird. Angenommen, von diesen 100 Schülern haben 60 Schüler die Note “3″ erhalten. Dann kann ich nicht sagen, dass in ganz Deutschland die meisten Schüler eine “3″ in Mathe haben. Würde ich erneut 100 Schüler auswählen, hätten hier vielleicht 54 Schüler eine “3″. Nehmen wir an, ich würde immer wieder 100 Schüler auswählen und feststellen, dass in 95% der Fälle zwischen 54 und 60 Schülern eine “3″ haben. Dann lässt sich das statistisch gesprochen so ausdrücken: Das Konfidenzintervall liegt zwischen 54 und 60. Geschrieben sieht es dann so aus: “95% CI 54-60″. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Thomas Scholz, Pixelio) [Weiterlesen...]
Gefühle wollen gehalten werden: Containment
Babys und Kleinkinder werden von ihren Gefühlen oft regelrecht übermannt. Jede Mutter kennt die plötzliche schlechte Laune ihres Kindes, die von jetzt auf gleich die vormals gute Stimmung völlig zunichte macht. Ist die Mutter in einer guten Verfassung, dann kann sie seine Gefühle aufnehmen und ihm helfen, damit umzugehen. Das ist eine große innere Arbeit, die viel Kraft und Zeit erfordert. Die Mutter fühlt sich dadurch immer wieder sehr beansprucht. Es ist gut, wenn sie sich diese Aufgabe mit Partner, Oma, Opa und anderen helfenden Menschen teilen kann. Das Engagement lohnt sich in jedem Fall: Bereits mit drei oder vier Jahren dankt das Kind mit Selbstbewusstsein, Lebensfreude und Ausgeglichenheit. (Text: © Dunja Voos, Bild: © MF, PIXELIO) [Weiterlesen...]
Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik OPD-2
Die Diagnosestellung bei psychischen Störungen ist oft nicht leicht. Da gibt es zwar das Kapitel V der ICD 10 (F0-F99 Psychische und Verhaltensstörungen, International Classification of Diseases) oder das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Diseases), doch die “Depression” von Patient A lässt sich oft nur wenig mit derjenigen von Patient B vergleichen. Mit der Operationialisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) hingegen lassen sich psychische Störungen schon genauer beschreiben. Das aktuelle Handbuch dazu ist 2009 im Verlag Hans Huber erschienen und kostet 49,95 Euro bzw. 84 CHF (auch als E-Book erhältlich). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Verlag Hans Huber) [Weiterlesen...]
Relative Erfolgsrate, Relative Risikoreduktion (RRR)
Ein hervorragendes Skript zu Begriffen wie “Relative Erfolgsrate” (z.B. RRR = Relative Risikoreduktion), zu Meta-Analysen und mehr Begriffen aus der Evidence Based Medicine findet sich hier: Ralf-Dieter Hilgers, RWTH Aachen: “Statistische Aspekte der EvidenceBasedMedicine II: Meta-Analysen” (PDF).
Standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD)
Die Standardisierte Mittelwertdifferenz (Standardized Mean Difference, SMD) wird als Effektmaß verwendet, wenn man viele Studien zu einer Frage untersucht, also eine Meta-Analyse durchführt. Beispiel: Ich möchte wissen, ob ein Antidepressivum bei Fibromyalgie wirkt. Dann kann ich verschiedene Studien unter die Lupe nehmen, die dieser Frage bereits nachgegangen sind. Angenommen, in den verschiedenen Studien wurden verschiedene Messmethoden vorgenommen, z. B. verschiedene Fragebögen zu Schmerzen oder Lebensqualität benutzt. Dann ist es schwierig, die verschiedenen Studienergebnisse als ein Ergebnis zusammenzufassen. Wenn ich trotzdem auf ein Ergebnis kommen möchte, kann ich dazu die Standardisierte Mittelwertdifferenz benutzen. Hieraus kann ich dann ablesen, wie sehr ein Antidepressivum im Mittel die Fibromyalgiesymptome verändert hat. [Weiterlesen...]
Affektinkontinenz
Sicher ist Ihnen das auch schon so ergangen: Sie konnten in einem unpassenden Moment Ihre Tränen nicht zurückhalten, Ihr Lachen nicht mehr unterdrücken oder Sie sind vor Wut übergeschäumt. Kommen diese Situationen dauerhaft und immer wieder vor, dann spricht man von “Affektinkontinenz” – es fällt einem also schwer, seine Gefühle so zurückzuhalten, dass sie nicht direkt für jeden sichtbar sind. In angespannten Zeiten oder z.B. bei einer Depression kann eine Affektinkontinenz zeigen, dass man innerlich stark belastet ist. Die eigenen Gefühle “überschwemmen” einen, man läuft quasi über. “Übersprudelnde Freude” ist zum Beispiel ein schönerer Ausdruck für “Affektinkontinenz” im positiven Sinne. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio)
Affektabstimmung und Empathie
“Affekte” sind vereinfacht gesagt “Gefühle”. Bei einem Affekt, z. B. der Wut, ist auch immer das vegetative Nervensystem beteiligt. Das heißt z. B. bei der Wut, dass das Gesicht rot wird und das Herz schneller schlägt. Sind zwei Menschen zusammen, deren Gefühle sich unbewusst angleichen, spricht man von “Affektabstimmung”. Affektabstimmung findet sehr häufig zwischen Mutter und Säugling statt, aber auch zwischen zwei anderen (nahestehenden) Personen. Wenn unserem Nebenmann der Hammer auf den Fuß fällt, zucken wir selbst zusammen und sagen “Autsch”. Wenn jemandem übel ist, wird es uns auch ganz anders. Und wenn unser Kind erleichtert aufatmet, dann spüren auch wir als Eltern die Erleichterung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Birgit H., Pixelio) [Weiterlesen...]
Was verdient ein Arzt/Psychoanalytiker? oder:
Was kostet eine Psychoanalyse-Stunde?
Das Honorar für Ärzte richtet sich nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), wenn der Arzt einen “Kassenpatienten” behandelt (also einen Patienten, der in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert ist). Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gibt es EBM-Listen für die einzelnen Fachärzte (Arztgruppen-EBM). Darin sind die einzelnen Leistungen, also Untersuchungen und Behandlungen, aufgeführt. Zu jeder Leistung gehört eine Punktzahl. Eine aufwendige Behandlung ist mehr Punkte wert als eine weniger aufwendige Behandlung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © aka, Pixelio) [Weiterlesen...]
Big Five und Big Four – die Dimensionen der Persönlichkeit
Zu den fünf Dimensionen der Persönlichkeit (“Big Five”) gehören:
- Introversion/Extraversion (kontaktfreudig – zurückhaltend)
- Neurotizismus (entspannt – überempfindlich)
- Verträglichkeit (friedfertig – streitsüchtig)
- Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness) (gründlich – unsorgfältig)
- Offenheit für Neues (phantasielos – kreativ)
(nach Paul T. Costa & Robert R. McCrae 1985) [Weiterlesen...]
Heilmittelkatalog online
Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprachtherapie – was zahlt die Krankenkasse und was zahlt sie nicht? Was kostet die Krankengymnastik und wonach richtet sich der Arzt, wenn er eine dieser Therapien verschreibt? Antworten auf diese Fragen liefert der Heilmittelkatalog. Hier können Ärzte, Therapeuten und Patienten nachschlagen, welche Regelungen zur Zeit gelten. Ein Angebot der Intellimed GmbH. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot www.heilmittelkatalog.de)



