23.02.2012.

Major Depression (Majore Depression)

Im englischsprachigen Raum wird eine schwere Depression als “Major Depression” bezeichnet. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schreibt in seiner Leitliniensynopse zum Thema “Depression” aus dem Jahr 2009: (Text: © Dunja Voos. Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Weiterlesen...]

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Entsymbolisierung

“Entsymbolisierung” ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles geprägt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles wörtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zurück läuft: Während viele Patienten früher sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie in der Schizophrenie wieder alles wörtlich. Konnte der Patient vorher verstehen, dass “blau machen” eigentlich “Arbeit schwänzen” bedeutet, so stellt er sich infolge der Entsymbolisierung vor, dass da tatsächlich jemand etwas “blau macht”, also einem Gegenstand blaue Farbe verleiht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Steffi Pelz Pixelio) [Weiterlesen...]

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Konkretistisches Denken

Wenn kleine Kinder das Wort “Kreislaufprobleme” hören, denken sie, da hätte jemand Probleme damit, im Kreis zu laufen. Kleine Kinder können nur konkret denken, sie haben ein “konkretistisches” Denken. Redensarten und Wortbilder (Metaphern) zu verstehen, gelingt ihnen erst im Laufe ihrer Entwicklung. So ist es mit psychotischen Patienten sehr oft auch: Sie nehmen alles wörtlich und meinen das, was sie sagen, ebenfalls wörtlich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rita Köhler, Pixelio) [Weiterlesen...]

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Propensity-Score

“Propensity” heißt “Hang, Neigung”. Wenn Patienten in Beobachtungsstudien bestimmte Therapien erhalten, dann gibt es Gründe, warum Patient A eben Therapie A erhält und Patient B die Therapie B. Diese Tatsache wird mithilfe des “Propensity-Scores” berücksichtigt. Der Propensity-Score vermindert Verzerrungen von Studienergebnissen. Wenn eine Studie zum Beispiel zu dem Ergebnis kommt, dass Therapie A besser sei als Therapie B, dann wird dieses Ergebnis durch Einbeziehung des Propensity-Scores relativiert – also, Therapie A könnte zum Beispiel besser sein, weil diese Therapie nur jene Patienten erhalten, die im Durchschnitt noch jünger oder “gesünder” sind als Patienten, die mit Therapie B behandelt werden. Oder auf schlau: “Propensity-Score (PS) = bedingte Wahrscheinlichkeit, mit der – unter Betrachtung einer Anzahl von Variablen – ein Kandidat die Intervention erhalten würde” (Neukirch 2011). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm Pixelio) [Weiterlesen...]

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Persönlichkeitsstörung

Persönlichkeitsgestörte Menschen erkennt man oft auf den ersten Blick. Es sind manchmal die “bunten Früchtchen” unter uns: der eigenbrödlerische Professor, der cholerische Chef, der komische Kauz von nebenan. Auch viele Stars sind persönlichkeitsgestört. Doch Persönlichkeitsstörungen müssen nicht so auffällig sein. Sie sind relativ weit verbreitet: Etwa 10% der Bevölkerung sind hierzulande betroffen (AWMF-Leitlinie “Persönlichkeitsstörungen”, 2008). Doch auch, wenn dieser schonungslose Begriff scheinbar nichts Gutes verheißt, gibt es Aussicht auf ein glücklicheres Leben. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Renate Franke, Pixelio) [Weiterlesen...]

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Neurotizismus

Neurotizismus ist ein Merkmal der Persönlichkeit. Wenn man von einem Menschen sagt, er habe einen hohen oder niedrigen Grad an Neurotizismus, so will man damit beschreiben, wie gut er mit äußeren und inneren Anforderungen zurechtkommt. Menschen mit einem hohen Grad an Neurotizismus haben zum Beispiel Schwierigkeiten im Beruf (äußere Anforderungen) oder Probleme damit, ihre Affekte (z.B. Angst oder Wut) zu verarbeiten. Wer einen hohen Grad an Neurotizismus hat, der leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl, zeigt oft magisches Denken, ist gehemmt in seinen Gefühlsäußerungen, ist oft nachgiebig, leidet an Konzentrationsstörungen, unter Launenhaftigkeit und unter körperlichen Beschwerden wie z.B. Erschöpfung. Neurotizismus wird in Persönlichkeitstests gemessen und gehört zu den “Big Five” der Persönlichkeitsdimensionen. [Weiterlesen...]

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Magisches Denken

Wer einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen sieht, die in Wirklichkeit nicht zusammenhängen, der denkt magisch. Wer “auf Holz klopft”, um ein Unglück abzuwenden, der verbindet gedanklich zwei unabhängige Dinge miteinander. Das magische Denken kann manchmal eine Lebenshilfe sein. Viele Menschen leiden jedoch darunter – zum Beispiel bei einer Zwangsstörung. Für kleine Kinder in der analen Phase (2.–3. Lebensjahr) ist das magische Denken ein normaler Bestandteil der Entwicklung. Am Ende der Entwicklung steht die Sicherheit, dass es zwischen den Gedanken und der äußeren Realität eine Grenze gibt. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Juschi, Pixelio) [Weiterlesen...]

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Serotonin macht glücklich

Serotonin ist ein Molekül, das vom Körper selbst gebildet wird. Man spricht auch vom “Glückshormon”. Wer einen Mangel daran hat, kann an einer Depression erkranken – oder umgekehrt: Wer genug Anlass zu gedrückter Stimmung hat, bei dem sinkt die Serotoninkonzentration zwischen den Nervenzellen irgendwann ab. Serotonin wird auch als 5-Hydroxytryptamin (5-HT) bezeichnet. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Harry Hautumm, Pixelio) [Weiterlesen...]

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“Den Tod nach Hause holen” –
Bestatter Fritz Roth möchte Berührungsängste mildern

Fritz Roth

© Pütz-Roth

An Sterben und Tod denken wohl die meisten nur ungern. Vielleicht liegt das auch daran, dass “wir dem Thema entzogen werden”, wie es der Bestattungsunternehmer Fritz Roth ausdrückt. Am 1. November 2011 war er in einem Interview in der Sendung “Panorama” auf WDR2 zu hören. Fritz Roth möchte den Tod wieder dahin zurückholen, wo er eigentlich hingehört: in unsere Lebensräume. “Der Tod ist uns etwas Unvertrautes, daher hilft es uns, wenn wir den Verstorbenen in unsere vertraute Umgebung holen”, so Roth. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass es möglich ist, den Verstorbenen aus der Klinik ins eigene Haus zu holen. “Ich würde schauen, dass der Verstorbene nicht länger als drei bis vier Stunden in der Klinik verbleibt”, sagt Roth. Für viele Menschen dürften das ganz neue Ideen sein. (Text: © Dunja Voos, Bild: Screenshots von der Website © www.puetz-roth.de) [Weiterlesen...]

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Übergangsobjekt

Kleine Kinder können enorm an ihrem Bärchen, Schnüffeltuch oder Schnuller hängen. Diese Gegenstände, die fast immer weich sind, werden als “Übergangsobjekt” bezeichnet. Geprägt wurde der Begriff von dem Kinderanalytiker Donald Woods Winnicott (1896-1971). Das Übergangsobjekt stellt eine “Brücke” zwischen dem Kind und der Außenwelt dar. Es erinnert das Kind an die Mutter – ihr Geruch, ihre Weichheit ist da, auch wenn sie selbst als Person gerade nicht greifbar ist. So fällt es dem Kind leichter, die Trennung von der Mutter zu ertragen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Susi, Pixelio) [Weiterlesen...]

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Reflexionsfunktion (Mentalisierungsfunktion):
Wie wir unsere Gefühle kennenlernen

Meistens können wir uns unsere Gefühle und unser Verhalten selbst erklären. Wir können uns vorstellen, wie es ist, wenn wir ärgerlich sind, warum wir es sind und wie wir uns beruhigen können. Wir können aber auch in Grenzen ahnen, was im Kopf unseres Gegenübers vorgeht. Wir können uns vorstellen, was er sich wünscht, welche Gefühle und Überzeugungen er hat, ob er die Wahrheit sagt oder lügt – und verstehen auch das. Diese Fähigkeit, uns mentale Zustände in uns selbst und in anderen vorzustellen, heißt Reflexionsfunktion, oder auch Mentalisierungsfunktion. Wir erlangen diese Fähigkeit bereits im Kleinkindalter – allerdings nicht von selbst: Die enge Bindung zu Mutter und Vater (bzw. einer verlässlichen Bezugsperson) ist dabei unabdingbar. [Weiterlesen...]

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Proxemik: richtiger Abstand durch Floskeln

“Machst Du bitte die Türe zu? Es wird kalt.” Wie fühlt es sich an, wenn jemand so etwas zu Ihnen sagt? Irgendwie ist es doch ungewohnt. Es klingt, als würde der andere sich über Ihre Nachlässigkeit ärgern. Manch ein Selbstsicherheits-Trainer würde behaupten: “Es geht doch nur um die Sache. Ein persönlicher Angriff ist das nicht.” Aber warum fühlt es sich so an? Weil eine solche Aussage uns einfach sprachlich zu nah kommt. So, wie wir körperlich einen Abstand von etwa einem Meter zum Nächsten brauchen, benötigen wir auch einen gewissen sprachlichen Abstand. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Susanne Beeck, Pixelio) [Weiterlesen...]

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