<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>medizin-im-text</title>
	<atom:link href="http://www.medizin-im-text.de/blog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.medizin-im-text.de/blog</link>
	<description>Das Blog rund um die Psychoanalyse und Psychosomatik</description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 Feb 2012 06:44:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=</generator>
		<item>
		<title>Buchtipp: &#8220;Vergiss Alzheimer!&#8221;</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14984/buchtipp-vergiss-alzheimer/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14984/buchtipp-vergiss-alzheimer/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 05:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14984</guid>
		<description><![CDATA[Und ich hatte mich schon immmer so gewundert: Hatte ich doch im Medizinstudium gelernt, dass man die Alzheimer-Erkrankung eigentlich nur am Gehirn eines toten Menschen diagnostizieren kann. Wurde doch die Erkrankung nach dem Nervenarzt Alois Alzheimer benannt, der nach dem Tod der geistig verwirrten, 51-j&#228;hrigen Auguste Deter im Jahre 1906 unter dem Mikroskop Plaques und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/vergiss_alzheimer_kiwi.jpg" alt="" title="vergiss_alzheimer_kiwi" width="120" height="190" class="alignleft size-full wp-image-14993" />Und ich hatte mich schon immmer so gewundert: Hatte ich doch im Medizinstudium gelernt, dass man die Alzheimer-Erkrankung eigentlich nur am Gehirn eines toten Menschen diagnostizieren kann. Wurde doch die Erkrankung nach dem Nervenarzt Alois Alzheimer benannt, der nach dem Tod der geistig verwirrten, 51-j&#228;hrigen Auguste Deter im Jahre 1906 unter dem Mikroskop Plaques und Fibrillen fand. F&#252;hlte ich mich doch oft genug schlecht ausgebildet, wenn andere so genau die Demenzen diagnostizierten und klassifizierten, w&#228;hrend ich selbst dachte: Wie wollen sie sich so sicher sein? Jetzt hat mir die Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze viele wertvolle Antworten geliefert. Ihr Buch &#8220;Vergiss Alzheimer!&#8221; zeigt mir: Ja, ich hatte im Studium gut aufgepasst und meine Zweifel waren oft genug gerechtfertigt. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; KiWi-Verlag)</em><span id="more-14984"></span> </p>
<p><strong>Fragliche Alzheimer-Diganose</strong></p>
<p>Alzheimer ist weiterhin am lebenden Patienten nicht zu diagnostizieren &#8211; falls es &#8220;Alzheimer&#8221; als solches &#252;berhaupt gibt, denn bei einigen Patienten findet man die typischen Ver&#228;nderungen im Gehirn, ohne dass sie zu Lebzeiten dement waren. Alzheimer ist ein Medien-Hype, mit dem all diejenigen aufgeschreckt werden, die nicht das Gl&#252;ck hatten, gute medizinische Vorlesungen an der Universit&#228;t zu besuchen. Cornelia Stolzes Buch ist sehr erhellend. Es hat nur einen gro&#223;en Fehler: Es ist viel zu sp&#228;t herausgekommen. Aber vielleicht ist ja noch einiges zu retten, wenn sich das wertvolle Wissen aus ihrem Buch verbreitet. </p>
<p><strong>Viele Journalisten k&#246;nnen es nicht besser wissen</strong></p>
<p>Die Hamburger Autorin Cornelia Stolze muss ja wirklich Bauchschmerzen bekommen, wenn sie die vielen Nachrichten rund um Rudi Assauer liest. Auch hier haben die Medien wieder einen wunderbaren Aufh&#228;nger gefunden, um ein falsches Bild von der Alzheimer-Erkrankung abzugeben und um die Menschen zu erschrecken. Doch eigentlich kann man den Medien kaum einen Vorwurf machen: Die Informationen, die man &#252;ber die Alzheimer-Erkrankung findet, stammen zumeist von der Pharma-Industrie. Bei der Recherche findet man scheinbar &#8220;neutrale, wissenschaftliche Studien&#8221;, die am Ende doch irgendwie mit der Pharma-Industrie verbandelt sind. Doch Cornelia Funke kl&#228;rt auf: Sie schreibt, dass Alzheimer bis heute nicht eindeutig beim lebenden Menschen diagnostiziert werden kann. Sie erkl&#228;rt, dass es nur in den seltensten F&#228;llen isolierte Hirnerkrankungen gibt und dass das Gehirn des verwirrten alten Menschen fast immer mehrere Ver&#228;nderungen gleichzeitig aufweist. Viele alte Menschen sind verwirrt, weil sie an Nebenwirkungen von Medikamenten leiden, weil sie Durchblutungsst&#246;rungen haben, eine Infektion durchmachen, weil sie seit Jahren alkohol- oder tablettens&#252;chtig und depressiv sind. Oder einfach, weil sie alt, schwerh&#246;rig und einsam sind. </p>
<p><strong>Von der &#8220;Senilit&#228;t&#8221; zu &#8220;Alzheimer&#8221;</strong></p>
<p>Fr&#252;her sagte man: &#8220;Die Oma ist heute wieder &#8216;n bisschen arg t&#252;ddelig.&#8221; Vielleicht rief man ihr einfach nochmal ins schwerh&#246;rige Ohr, was man schon vor 10 Minuten, gestern und vorgestern gesagt hatte. Heute sagt man: &#8220;Die Oma muss ins MRT (Magnetresonanztomographie, Kernspin) und braucht einen Mini-Mental-Status-Test (MMST), um ihr optimal passende Medikamente geben zu k&#246;nnen.&#8221; Doch die optimale Medikation ist nur allzu oft eine Illusion, wie viele &#196;rzte wissen, wenn sie auf einer geriatrischen Station arbeiten. Die Schwestern und Pfleger wissen es noch viel mehr, denn sie sind nah am Patienten und erleben t&#228;glich, wie schnell sich die Situation eines Patienten auch ohne Medikamente wieder ver&#228;ndern kann. Warum kann man heute die alten Menschen nicht mehr einfach &#8220;senil&#8221; sein lassen? Warum muss es definitiv &#8220;Alzheimer&#8221; sein? Cornelia Stolze gibt sehr gute Antworten: </p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist, so der amerikanische Neurologe Peter J. Whitehouse, die Geschichte eines Mythos, der gezielt erschaffen wurde, um Gelder f&#252;r die Erforschung des Hirns und des Alters zu mobilisieren.&#8221; (S. 16) &#8230; &#8220;Dabei sei klar gewesen, so Whitehouse, dass man mit der Erforschung eines so vagen Themas wie dem &#8216;Alterungsprozess&#8217; keine Gelder w&#252;rde lockermachen k&#246;nnen.&#8221; (S. 20) &#8230; &#8220;1974 gr&#252;ndete die US-Regierung das &#8220;National Institute of Aging&#8221; (NIA). Der erste Leiter des Instituts, der 2002 verstorbene Psychiater Robert Butler, setzte sich zum Ziel, die Alzheimer-Krankheit mit aller Macht ins &#246;ffentliche Bewusstsein zu bringen. &#8216;Ich hatte entschieden, dass wir sie zu einem allt&#228;glichen Begriff machen mussten&#8217;, so Butler. Der Begriff Senilit&#228;t sei von nun an ein Wort &#8216;f&#252;r den Papierkorb&#8217;.&#8221; (S. 20)
</p></blockquote>
<p><strong>Absolut wissenschaftlich</strong></p>
<p>Cornelia Stolze liefert in ihrem 245 Seiten starken Buch unz&#228;hlige solcher gut recherchierten Beispiele. Das Buch ist hochwissenschaftlich und anspruchsvoll geschrieben. F&#252;r den medizinisch ungeschulten Leser k&#246;nnte es fast zu schwere Kost sein, doch wer ein kompaktes Buch zum Thema Alzheimer sucht, ist mit &#8220;Vergiss Alzheimer!&#8221; bestens bedient. Man kann es au&#223;erdem jedem Medizinstudenten empfehlen. Das Buch enth&#228;lt wertvolle Tabellen &#8211; zum Beispiel eine Tabelle mit Wirkstoffen, die Demenzsymptome hervorrufen k&#246;nnen (ein Auszug der Liste der US-Verbraucherschutzorganisation &#8220;Public Citizen&#8221; 2009) (S. 70-75). Au&#223;erdem listet die Autorin auf, welche Verbindungen die Autoren der &#8220;S3-Leitlinie Demenzen&#8221; zu den Pharmafirmen haben (S. 193-201). Nicht zuletzt zeigt sie, wie Pharmafirmen geschickt das Verbot umgehen, direkt f&#252;r ihre Medikamente zu werben: Sie kl&#228;ren einfach &#252;ber die Erkrankung auf. Auf Seite 184 ist ein relativ bekanntes Bild der Firma Merz abgebildet, das auch im Internet auf <a href="http://www.alzheimerinfo.de/" target="_blank">www.alzheimerinfo.de</a> zu finden ist: &#8220;L&#228;nger ich. L&#228;nger miteinander.&#8221; Die Verkn&#252;pfung von medizinischem Wissen mit der Information, wie Wissenschaftler, Pharmafirmen und Journalisten arbeiten, macht dieses Buch zu einem wertvollen aufkl&#228;rerischen Werk. Ich w&#252;rde mir solch ein Buch auch f&#252;r andere Erkrankungen w&#252;nschen, zum Beispiel zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit&#228;tssyndrom (ADHS). Vielleicht kommt das ja noch.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.corneliastolze.de/" target="_blank">www.corneliastolze.de</a></p>
<p>Cornelia Stolze<br />
<strong>Vergiss Alzheimer!</strong><br />
Die Wahrheit &#252;ber eine Krankheit, die keine ist<br />
ISBN: 978-3-462-04339-6<br />
Erscheinungsdatum: 15. September 2011<br />
256 Seiten, gebunden<br />
Euro (D) 18,99 | sFr 27,90 | Euro (A) 19,60<br />
<a href="http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-04339-6" target="_blank">Verlag Kiepenheuer &#038; Witsch</a>, 2. Auflage, K&#246;ln 2011<br />
Buch bei <a href="http://www.amazon.de/Vergiss-Alzheimer-Wahrheit-Krankheit-keine/dp/3462043390" target="_blank">Amazon</a> kaufen</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14984/buchtipp-vergiss-alzheimer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tinnitus und die Psyche</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/417/tinnitus-und-die-psyche/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/417/tinnitus-und-die-psyche/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 19:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=417</guid>
		<description><![CDATA[Wer einen Tinnitus bekommt, der ist zumeist aufgeschreckt und stark verunsichert. Viele Fragen kommen auf: "Kann ich davon schwerh&#246;rig werden? Wird der Tinnitus je wieder aufh&#246;ren? Wird er mich verr&#252;ckt machen?" Klick auf &#220;berschrift f&#252;r mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/417.jpg" alt="" title="417" width="190" height="142" class="alignleft size-full wp-image-3503" />Wer einen Tinnitus bekommt, der ist zumeist stark verunsichert. Viele Fragen kommen auf: &#8220;Kann ich davon schwerh&#246;rig werden? Wird der Tinnitus je wieder aufh&#246;ren? Wird er mich verr&#252;ckt machen?&#8221; Wer im Internet nachliest, findet fast immer die Aufforderung: &#8220;Sofort zum Arzt!&#8221; Solche Appelle machen zu allem &#220;berfluss noch mehr Angst. Dahinter steckt die &#8220;Drohung&#8221;, der Tinnitus w&#252;rde nie wieder aufh&#246;ren, wenn man nicht sofort etwas unternimmt. Doch wer einen Tinnitus bekommt, der hat vielleicht gerade &#8220;viel um die Ohren&#8221;. Vielleicht hat der Betroffene zu wenig auf sich selbst geh&#246;rt. Er f&#252;hlt sich ausgeliefert und aufgeschreckt. Ein Arztbesuch mit langem Warten in &#252;berf&#252;llten Wartezimmern ist oft das Letzte, das sich der Betroffene dann w&#252;nscht. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; MarMar, <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio</a>)</em><span id="more-417"></span></p>
<p><strong>Ruhig Blut!</strong></p>
<p>Immer wieder hei&#223;t es, die Betroffenen sollten sofort zum Arzt gehen, weil sie dann unter anderem umgehend durchblutungsf&#246;rdernde Ma&#223;nahmen erhalten. Viele Forscher bezweifeln jedoch, dass der Tinnitus &#252;berhaupt etwas mit der Durchblutung zu tun hat. Das Geschehen ist komplex und sehr oft sind psychische Spannungen der Grund f&#252;r das Ohrger&#228;usch. Wer also einen Tinnitus bekommt, f&#252;r den ist die Aufforderung zu &#8220;ruhig Blut!&#8221; wohl noch wichtiger als diejenige, sofort zum Arzt zu gehen. Der Betroffene sollte &#252;berlegen, was ihm jetzt besonders gut tut: &#8220;Brauche ich Ruhe? Brauche ich Bemutterung und jemanden, der sich meine Sorgen anh&#246;rt? Bin ich gerade &#252;berm&#252;det und sollte mich vielleicht heute Nachmittag schlafen legen?&#8221; Die Beantwortung dieser Fragen ist oft wichtiger als ein sofortiger Arztbesuch.</p>
<p><strong>Die sorgenvolle Zeit sinnvoll verbringen</strong></p>
<p>Die Betroffenen sollten sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen. Die meisten wissen sehr gut, was ihnen gut tut und Infusionstermine beim Arzt oder hektisch wahrgenommene &#8220;Entspannungstermine&#8221; beim Physiotherapeuten sind nicht immer das, was sie brauchen. Besser ist da oft das &#8220;offene Ohr&#8221; eines Vertrauten. Auch eine psychoanalytische Behandlung kann den Tinnitus lindern oder ganz aufheben &#8211; auch dann, wenn der Tinnitus bereits chronisch geworden ist. Das jedenfalls ist die Erfahrung des Bremer Psychoanalytikers Dr. phil. Michael Tillmann. Sein Buch &#8220;Ich, das Ger&#228;usch&#8221; und seine Zeitungsbeitr&#228;ge machen den Betroffenen Mut. </p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p>Michael Tillmann, interviewt von Eiken Bruhn:<br />
<strong>&#8220;Tinnitus ist nichts Fremdes&#8221;</strong><br />
<a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ra&#038;dig=2011%2F08%2F06%2Fa0128&#038;cHash=7be1f8348f" target="_blank">taz.de, 6.8.2011</a></p>
<p>Weitere interessante Beitr&#228;ge/Pressestimmen auf der <a href="http://85.214.102.185/tillmann/presse.html" target="_blank">Website von Dr. phil. Michael Tillmann</a></p>
<p>Tillmann, Michael:<br />
<strong>Tinnitus &#8211; Gesellschaftliche Dimension, Psychodynamik, Behandlungskonzepte</strong><br />
Psychosozial-Verlag Gie&#223;en, Oktober 2010 (ISBN 978-3-89806-831-4)<br />
<a href="http://85.214.102.185/tillmann/publikationen.html" target="_blank">http://85.214.102.185/tillmann/publikationen.html</a></p>
<p>Tillmann, Michael:<br />
<strong>Ich, das Ger&#228;usch</strong><br />
Ein Ratgeber f&#252;r Tinnitus-Betroffene<br />
<a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?catp=&#038;p_id=618" target="_blank">Psychosozial-Verlag 2009</a><br />
12,90 Euro</p>
<p>Jakob Labus et al. (2010):<br />
<strong>Meta-analysis for the effect of medical therapy vs. Placebo on recovery of idiopathic sudden hearing loss.</strong><br />
The Laryngoscope<br />
Volume 120, Issue 9, pages 1863–1871, September 2010<br />
Article first published online: 24 AUG 2010<br />
<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20803741" target="_blank">DOI: 10.1002/lary.21011</a> </p>
<p>G. Hesse und A. Laubert (2010):<br />
<strong>Zur Pharmakotherapie des akuten und chronischen Tinnitus.</strong><br />
Pharmacotherapy of acute and chronic hearing loss.<br />
HNO 2010, Volume 58, Number 10, 990-998, DOI: 10.1007/s00106-010-2179-6<br />
<a href="http://www.springerlink.com/content/m23j015k33441827/" target="_blank">http://www.springerlink.com/content/m23j015k33441827/</a></p>
<p><strong>AWMF-Leitlinie &#8220;H&#246;rsturz&#8221;</strong><br />
<a href="http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-010.html" target="_blank">http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-010.html</a></p>
<p>Duckert LG, Rees TS. (1984):<br />
<strong>Placebo effect in tinnitus management.</strong><br />
Otolaryngol Head Neck Surg. 1984 Dec;92(6):697-9.<br />
<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6440090" target="_blank">http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6440090</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/417/tinnitus-und-die-psyche/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Pups als Kommunikationsmittel &#8211; ein gro&#223;es Tabu</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14937/der-pubs-als-kommunikationsmittel-ein-groses-tabu/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14937/der-pubs-als-kommunikationsmittel-ein-groses-tabu/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 15:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Searles]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14937</guid>
		<description><![CDATA[Da steht man in der Schlange an der Kasse und der unangenehme Mensch hinter einem h&#228;lt den Mindestabstand nicht ein. Pl&#246;tzlich entweicht ein d&#252;nnes L&#252;ftchen, das es aber in sich hat. Man zeigt deutlich: &#8220;Mir stinkt&#8217;s!&#8221;. Bei Kindern kann man diesen Zusammenhang noch deutlicher feststellen als bei Erwachsenen. Auf Kindergeburtstagen und an Spielnachmittagen wird nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/stuehle_andreas_morlok.jpg" alt="" title="stuehle_andreas_morlok" width="212" height="158" class="alignleft size-full wp-image-14949" />Da steht man in der Schlange an der Kasse und der unangenehme Mensch hinter einem h&#228;lt den Mindestabstand nicht ein. Pl&#246;tzlich entweicht ein d&#252;nnes L&#252;ftchen, das es aber in sich hat. Man zeigt deutlich: &#8220;Mir stinkt&#8217;s!&#8221;. Bei Kindern kann man diesen Zusammenhang noch deutlicher feststellen als bei Erwachsenen. Auf Kindergeburtstagen und an Spielnachmittagen wird nicht nur gepupst, weil die Kinder Kinder sind. Sie tun damit oft auch ihren Unmut kund. Wer einmal darauf achtet, dass wir auch mit K&#246;rperger&#252;chen kommunizieren, wird erstaunt sein, wie oft wir das tun. Es ist ein gro&#223;es Tabu. Menschen, die &#8220;zu viel Schwei&#223;&#8221; produzieren und unangenehm riechen, werden oft in die Klinik zur Behandlung der &#8220;Hyperhidrosis&#8221; geschickt, ohne dass die &#196;rzte die psychosomatischen Zusammenh&#228;nge einmal betrachten w&#252;rden. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; Andreas Morlok, <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio</a>)</em><span id="more-14937"></span></p>
<p><strong>Schwei&#223; allein ist normalerweise geruchslos</strong></p>
<p>Dabei ist Schwei&#223; selbst zun&#228;chst geruchslos. Wenn jedoch Bakterien mit ihrer Arbeit beginnen, kann der Schwei&#223; binnen Sekunden zur massiven Geruchsbel&#228;stigung werden. Kommt der Chef ins B&#252;ro, um dem Mitarbeiter &#252;ber die Schulter zu schauen, stellt der Mitarbeiter m&#246;glicherweise fest, dass er pl&#246;tzlich unangenehm riecht &#8211; obwohl er sich kurz zuvor noch frisch f&#252;hlte. Die Kommunikation &#252;ber K&#246;rperger&#252;che spielt also nicht nur bei Verliebten eine gro&#223;e Rolle. Genauso, wie K&#246;rperger&#252;che Gef&#252;hle der Zuneigung signalisieren k&#246;nnen, so k&#246;nnen sie aggressive Gef&#252;hle zum Ausdruck bringen. Wir m&#252;ssen nur einmal den Mut haben, dort genau hinzuschauen. Bei manchen Patienten k&#246;nnte eine Psychotherapie m&#246;glicherweise eine aufwendige &#8220;Hyperhidrosis-Behandlung&#8221; ersetzen. </p>
<p>Wer mehr &#252;ber die Kommunikation mittels Flatulenz (also &#8220;Furzen&#8221;) erfahren m&#246;chte, dem empfehle ich Texte des amerikanischen Psychoanalytikers <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/2011/13154/buchtipp-harold-f-searles-der-psychoanalytische-beitrag-zur-schizophrenieforschung/">Harold Searles</a> &#8211; er beschreibt, wie man gerade bei der Psychotherapie von Psychotikern die Kommunikation &#252;ber R&#252;lpsen/Furzen/Darmger&#228;usche immer wieder beobachten kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14937/der-pubs-als-kommunikationsmittel-ein-groses-tabu/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Strukturiertes Klinisches Interview f&#252;r DSM-IV (SKID, SCID)</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14918/strukturiertes-klinisches-interview-fur-dsm-iv-skid-scid/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14918/strukturiertes-klinisches-interview-fur-dsm-iv-skid-scid/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 15:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14918</guid>
		<description><![CDATA[Mithilfe des strukturierten klinischen Interviews f&#252;r DSM-IV (Structured Clinical Interview for DSM-IV) k&#246;nnen Therapeuten erfassen, ob der Patient eine psychische St&#246;rung gem&#228;&#223; dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV = 4. Version) hat. Das SKID-I soll dabei helfen, sogenannte &#8220;Achse-I-St&#246;rungen&#8221; zu diagnostizieren. Dazu z&#228;hlen akute psychische St&#246;rungen wie zum Beispiel eine Depression oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mithilfe des strukturierten klinischen Interviews f&#252;r DSM-IV (Structured Clinical Interview for DSM-IV) k&#246;nnen Therapeuten erfassen, ob der Patient eine psychische St&#246;rung gem&#228;&#223; dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV = 4. Version) hat. Das SKID-I soll dabei helfen, sogenannte &#8220;Achse-I-St&#246;rungen&#8221; zu diagnostizieren. Dazu z&#228;hlen akute psychische St&#246;rungen wie zum Beispiel eine Depression oder Angstst&#246;rung. Das SKID-II soll eine &#8220;Achse-II-St&#246;rung&#8221; ermitteln. Zu den Achse-II-St&#246;rungen geh&#246;ren die Pers&#246;nlichkeitsst&#246;rungen. <span id="more-14918"></span></p>
<p><strong>Verwandte Artikel in diesem Blog:</strong></p>
<p>Tag: <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/tag/diagnostik/">Diagnostik</a><br />
<a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/2010/6425/achse-i-stoerung/">Achse-I-St&#246;rungen</a><br />
<a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/2007/148/dsm-iv-diagnostic-and-statistical-manual-of-mental-disorders/">Diagnostic and Statistical Manual of Diseases (DSM-IV)</a></p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p>Strukturiertes Klinisches Interview I und II<br />
<strong>SKID I und II</strong><br />
bei der <a href="http://www.testzentrale.de/programm/strukturiertes-klinisches-interview-fur-dsm-iv.html" target="_blank">Testzentrale</a></p>
<p>Dorothea K&#246;nig:<br />
<strong>Interviewleitf&#228;den zur Klassifikation</strong><br />
<a href="http://dk.akis.at/klin.interviews.html" target="_blank">Universit&#228;t Wien, Wintersemester 2002/2003</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14918/strukturiertes-klinisches-interview-fur-dsm-iv-skid-scid/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Major Depression (Majore Depression)</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/491/major-depression/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/491/major-depression/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 07:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychische Störungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=491</guid>
		<description><![CDATA[Im englischsprachigen Raum wird eine sehr schwere Depression als "Major Depression" bezeichnet. Gemeint ist meist eine Depression, f&#252;r die sich keine lebensgeschichtliche Ursache finden l&#228;sst &#8211; solch eine Depression wird auch als "endogene" oder "biologische" Depression bezeichnet. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/491.jpg" alt="" title="491" width="190" height="143" class="alignleft size-full wp-image-3590" />Im englischsprachigen Raum wird eine schwere Depression als &#8220;Major Depression&#8221; bezeichnet. Das Institut f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schreibt in seiner Leitliniensynopse zum Thema &#8220;Depression&#8221; aus dem Jahr 2009: <em>(Text: &copy; Dunja Voos. Bild: &copy; Rainer Sturm, <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio</a>)</em><span id="more-491"></span><br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>&#8220;In diesem Bericht wird ausschlie&#223;lich die unipolare Depression, auch als „Major Depression“ (F32-F33 der ICD-10 [Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision]) &#8230; bezeichnet, ber&#252;cksichtigt. Die Diagnose „Major Depression“ bezeichnet das Vorhandensein einer einzelnen Episode einer  Depression (Major Depressive  Episode [MDE]) oder zweier bzw. mehrerer depressiver Episoden (Major Depression, rezidivierend). Wenn Symptome einer Depression mindestens 2 Wochen bestehen ist eine Therapie indiziert.&#8221; (IQWiG <a href="https://www.iqwig.de/leitliniensynopse-zum-thema-depression.986.html?tid=1241" target="_blank">Leitliniensynopse &#8220;Depression&#8221; 2009</a>, S. 1, Klick auf &#8220;Arbeitspapier&#8221;)
</p></blockquote>
<p><strong>Unipolare und bipolare Depression</strong></p>
<p>Um eine &#8220;reine Depression&#8221; zu beschreiben, werden heute die Begriffe <strong>unipolare Depression</strong> oder <strong>unipolare affektive St&#246;rung</strong> verwendet. &#8220;Unipolar&#8221; hei&#223;t dabei, dass die Depression nicht von Phasen einer krankhaften Hochstimmung (Manie) unterbrochen ist. Ist das der Fall, spricht man von einer <strong>bipolaren Depression</strong> oder <strong>bipolaren St&#246;rung</strong>. Die Betroffenen wurden fr&#252;her auch als <strong>&#8220;manisch-depressiv&#8221;</strong> bezeichnet.  </p>
<p><strong>Verschiedene Namen f&#252;r ein Leiden</strong></p>
<p>&#8220;Exakte Diagnosen&#8221; zu stellen, ist bei Depressionen nicht immer einfach. Immer wieder erleben Patienten, dass sie bei verschiedenen &#196;rzten oder Therapeuten verschiedene Diagnosen erhalten. Wer eine Depression hat, der sp&#252;rt das meistens deutlich: Er ist niedergeschlagen, sieht im Leben wenig Sinn, gr&#252;belt viel und f&#252;hlt sich eben einfach &#8220;depressiv&#8221;. Da f&#252;hrt es nicht immer weiter, sich auf eine &#8220;exakte&#8221; Diagnose festzulegen &#8211; die Klassifikationen haben oft etwas K&#252;nstliches. Manchmal versuchen Fachleute, beispielsweise ein Burnout-Syndrom von einer Depression abzugrenzen, weil sie davon ausgehen, dass f&#252;r einzelne Diagnosen ma&#223;geschneiderte Therapien notwendig sind. Diese Idee der ma&#223;geschneiderten (&#8220;indikationsspezifischen&#8221;) Psychotherapie ist sehr umstritten. F&#252;r den Betroffenen ist es vor allem wichtig, dass er einen guten Psychotherapeuten findet, zu dem er eine gute Beziehung aufbauen kann. Dann kann sich die Depression bessern, auch, wenn sie verschiedene Namen bekommen hat.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><strong>National Institute of Mental Health:</strong><br />
<a href="http://www.nimh.nih.gov/health/publications/depression/what-is-a-depressive-disorder.shtml" target="_blank">What are the different forms of depression?</a></p>
<p>Marianne Leuzinger Bohleber:<br />
<strong>Psychoanalytische Erkundungen zu Depression und Hyperaktivit&#228;t</strong><br />
<a href="http://www.psychoanalyse-aktuell.de/therapie/depression.html" target="_blank">Psychoanalyse-aktuell 2008</a></p>
<p><strong>Verwandte Artikel in diesem Blog:</strong></p>
<p>Tag: <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/tag/depression/">Depression</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/491/major-depression/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie sich das Denken entwickelt &#8211; Harold Searles und die Psychosentherapie</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14849/wie-sich-das-denken-entwickelt-harold-searles-und-die-psychosentherapie/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14849/wie-sich-das-denken-entwickelt-harold-searles-und-die-psychosentherapie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 06:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Psychose]]></category>
		<category><![CDATA[Searles]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14849</guid>
		<description><![CDATA[Gesunde Erwachsene k&#246;nnen abstrakt denken. Sie k&#246;nnen zum Beispiel Symbole verstehen: Das &#8220;Herz&#8221; steht zum Beispiel f&#252;r die Liebe &#8211; Erwachsene denken in diesem Zusammenhang eher selten an ein konkretes, echtes Herz. Sie k&#246;nnen sich innerlich ein Urlaubsziel ausmalen und stressige Zeiten &#252;berstehen, indem sie sich auf den Urlaub freuen und sich ihr Urlaubsziel immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/lupo.jpg" alt="" title="lupo" width="159" height="212" class="alignleft size-full wp-image-14908" />Gesunde Erwachsene k&#246;nnen abstrakt denken. Sie k&#246;nnen zum Beispiel Symbole verstehen: Das &#8220;Herz&#8221; steht zum Beispiel f&#252;r die Liebe &#8211; Erwachsene denken in diesem Zusammenhang eher selten an ein konkretes, echtes Herz. Sie k&#246;nnen sich innerlich ein Urlaubsziel ausmalen und stressige Zeiten &#252;berstehen, indem sie sich auf den Urlaub freuen und sich ihr Urlaubsziel immer wieder vorstellen. Gesunde Erwachsene k&#246;nnen auch denken, dass sie heute vielleicht &#8220;wei&#223; wie die Wand&#8221; aussehen und verstehen darunter, dass sie ganz blass sind. Bei schweren psychischen St&#246;rungen, wie z.B. bei Psychosen, ist dieses &#8220;freie&#8221; und abstrakte Denken eingeschr&#228;nkt &#8211; oder es hat sich sogar nie entwickelt. Der amerikanische Psychoanalytiker Harold Searles (geb. 1918) ist als Spezialist f&#252;r die Psychotherapie bei Schizophrenien bekannt. Er hat in seinem Buch &#8220;Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung&#8221; sehr anschaulich beschrieben, wie sich das Denken Schizophrener vom Denken Gesunder unterscheidet und wie es sich vom krankhaften, konkreten Denken zum reiferen, abstrakteren Denken entwickelt. Searles vergleicht diese Entwicklungsschritte mit denen, die ein Kind durchl&#228;uft. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; Lupo, <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio</a>)</em><span id="more-14849"></span></p>
<p><strong>Auch ein Kind denkt zuerst konkretistisch</strong></p>
<p>Bevor Kinder abstrakt denken k&#246;nnen, denken auch sie zun&#228;chst konkretistisch. Searles geht davon aus, dass Kinder die bildhafte Sprache der Erwachsenen sogar zun&#228;chst k&#246;rperlich erleben. Wenn ein Erwachsener beispielsweise sagt: &#8220;Da dreht sich mir der Magen um&#8221;, kann es sein, dass Kinder dieses &#8220;Magenumdrehen&#8221; ganz konkret bei sich sp&#252;ren, so vermutet Searles. S&#228;uglinge und Babys haben sogar &#8220;gar keine Gedanken&#8221;, so Searles. Auch Sigmund Freud und der Psychoanalytiker Otto Fenichel (1897-1946) gingen davon aus, dass Babys nur in Bildern leben und in einer Art &#8220;halluzinatorischer Wunscherf&#252;llung&#8221;. Searles sagt, dass viele Psychotiker ebenfalls gar keine Gedanken haben und in einer Welt aus konkreten Bildern leben. Erste Gedanken, die auftauchen, erleben sie oft als von au&#223;en kommend. Erst, wenn die Patienten reifer und ges&#252;nder geworden sind, k&#246;nnen sie erleben, dass sie selbst ihre Gedanken entwickeln und Gedanken haben. Searles schreibt, dass die erste Phase der Therapie schwerer Psychosen aus einer langen nonverbalen Phase besteht, in der Patient und Therapeut nonverbal Vertrauen aufbauen. Erst, wenn der Patient erfahren hat, dass der Therapeut ihn auch ohne Worte versteht, wagt er sich auf die n&#228;chste Stufe, beschreibt Searles. Es sei ungeheuer wichtig, dieser Phase gen&#252;gend Zeit zu geben. &#196;hnlich geht es einer Mutter mit ihrem Baby: auch hier gibt es zun&#228;chst eine lange Phase nonverbaler Kommunikation, die unterschiedlich gut gelingen kann.</p>
<p><strong>Das &#8220;Als-ob-&#8221; und &#8220;Wie-&#8221;Denken</strong></p>
<p>Kleine Kinder machen einen riesigen Entwicklungsschritt, wenn es ihnen gelingt, &#8220;Als-ob-Spiele&#8221; zu spielen. Das ist ein gro&#223;er Schritt vom konkreten, &#8220;klebrigen&#8221; Denken hin zu einem freieren Denken. Kinder k&#246;nnen so tun, als ob sie die Mutter im Sandkasten mit Eis f&#252;ttern. Bald k&#246;nnen auch die ersten Vergleiche gezogen werden: &#8220;Die sieht so aus wie die Fee in meinem Buch&#8221;, sagen sie dann. Searles schreibt, dass psychotische Patienten h&#228;ufig nicht so denken k&#246;nnen. Das Denken ist ganz direkt. Erinnerungen werden als solche nicht eingeordnet und Vergleiche k&#246;nnen kaum gezogen werden: Anstatt zu sagen, dass ein Mit-Patient so aschgrau aussieht wie ein Aschenbecher, sagen diese Patienten vielleicht: &#8220;Der Aschenbecher ist mein Mit-Patient.&#8221; Anstatt zu sagen: &#8220;Der Stuhl erinnert mich an meine Schwester&#8221;, sagen die Patienten vielleicht: &#8220;Der Stuhl ist meine Schwester.&#8221; Daher kommt es, dass die Sprache der Psychotiker oft so schwer zu verstehen ist. Auch in dieser Phase sei es wichtig, so Searles, auf das konkrete Denken der Patienten ausreichend lange einzugehen, bevor die Patienten es wagen, die n&#228;chste Stufe des reiferen Denkens zu betreten. Der Entwicklungsschritt vom konkreten zum abstrakten Denken ist dann m&#246;glich, wenn sich sichere Ich-Grenzen entwickelt haben, das hei&#223;t, wenn der Patient sicherer wei&#223;, wer er selbst ist und was zum Anderen oder zur Au&#223;enwelt geh&#246;rt. </p>
<p><strong>Wertvolles Wissen</strong></p>
<p>Searles schreibt &#252;ber die intensive Psychotherapie von Patienten mit schweren Psychosen. Er berichtet von seinen Beobachtungen in den 50iger Jahren. Dieses Wissen gilt es, festzuhalten. Denn wo ist heute noch die intensive, medikamentenfreie Behandlung m&#246;glich? In welchen Einrichtungen hat man noch die Zeit, solch intensive Beobachtungen &#252;ber Jahre hinweg zu machen? Searles konnte immer wieder feststellen, wie psychisch schwer kranke Menschen durch die jahrelange Therapie gesunden. Heute kommen Medikamente fr&#252;h zum Einsatz, so dass es kaum noch m&#246;glich ist, &#8220;nat&#252;rliche&#8221; Verl&#228;ufe zu beobachten und hieraus Wissen zu gewinnen. Das Wissen der Pioniere in der psychotherapeutischen Psychosetherapie sollte unbedingt erhalten bleiben. Vielleicht kann heute die moderne S&#228;uglings- und Bindungsforschung dieses Wissen erg&#228;nzen, denn hier ist die freie, ungest&#246;rte Beobachtung noch m&#246;glich.</p>
<p>Verwandte Artikel in diesem Blog:</p>
<p>Tag: <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/tag/searles/">&#8220;Searles&#8221;</a></p>
<p><strong>Buch:</strong></p>
<p>Searles, Harold F.<br />
<strong>Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung</strong><br />
Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse<br />
275 Seiten, Broschiert, Format: 148 x 210 mm<br />
Verlag: <a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?p_id=764" target="_blank">Psychosozial-Verlag</a><br />
Erschienen im Juli 2008<br />
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Dieter Eicke<br />
ISBN-13: 9783898067645<br />
29,90 Euro </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14849/wie-sich-das-denken-entwickelt-harold-searles-und-die-psychosentherapie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rhein-Eifel-Institut f&#252;r Psychotherapie und Psychoanalyse: Termine 2012</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14780/rhein-eifel-institut-fur-psychotherapie-und-psychoanalyse-termine-2012/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14780/rhein-eifel-institut-fur-psychotherapie-und-psychoanalyse-termine-2012/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Rhein-Eifel-Institut]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14780</guid>
		<description><![CDATA[Das Institut f&#252;r Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel bietet auch in diesem Jahr wieder spannende Veranstaltungen und Kurse an. Der US-amerikanische Psychoanalytiker Otto Kernberg und der indische Psychoanalytiker Sudhir Kakar geh&#246;ren zu den Referenten. Neuer Veranstaltungsort ab April ist die Rote Schule in Andernach. Hier ein &#220;berblick &#252;ber die Themen und Termine: (Text: &#169; Dunja Voos, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/rhein_eifel2.jpg" alt="" title="rhein_eifel" width="188" height="132" class="alignleft size-full wp-image-14805" />Das <a href="http://www.rhein-eifel-institut.de" target="_blank">Institut f&#252;r Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel</a> bietet auch in diesem Jahr wieder spannende <a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/veranstaltungen.htm" target="_blank">Veranstaltungen und Kurse</a> an. Der US-amerikanische Psychoanalytiker Otto Kernberg und der indische Psychoanalytiker Sudhir Kakar geh&#246;ren zu den Referenten. Neuer Veranstaltungsort ab April ist die <a href="http://www.com2school.de/impressionen.htm" target="_blank">Rote Schule</a> in Andernach. Hier ein &#220;berblick &#252;ber die Themen und Termine: <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; Screenshot Rhein-Eifel-Institut)</em> <span id="more-14780"></span></p>
<blockquote><p>
<a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/2012/film_tiefenpsychologie.htm" target="_blank">9.2.-15.11.2012 (Sonderseminare):</a><br />
<strong>Film und Tiefenpsychologie &#8211;<br />
Filme tiefenpsychologisch betrachtet</strong></p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/hypnose_hypnotherapie.htm" target="_blank">30.3.-24.11.2012 (Fort-/Weiterbildungskurs):</a><br />
<strong>Hypnose, Autogenes Training und Hypnotherapie</strong><br />
<a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/dozenten/henze_m.htm" target="_blank">Marion Henze</a></p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/2012/vertreibung_aus_der_hoelle_programm.htm" target="_blank">21.4.2012 (Fachtagung): </a><br />
<strong>Die Vertreibung aus der H&#246;lle &#8211;<br />
Zur Bindungskraft fr&#252;her pathogener Beziehungserfahrungen</strong><br />
Diplom-Psychologin und Psychoanalytikerin Gisela Bergmann-Mausfeld, Kiel<br />
Zeit: 10-15 Uhr<br />
Geb&#252;hr: 25 Euro</p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/psychotraumatologie.htm" target="_blank">1.6.-1.12.2012 (Fort-/Weiterbildungskurs):</a><br />
<strong>Psychotraumatologie</strong><br />
<a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/dozenten/smolenski_s.htm" target="_blank">Dr. med. Susanna Smolenski</a></p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/2012/psychoanalyse_mystik.htm" target="_blank">2.6.2012 (Fachtagung):</a><br />
<strong>Psychoanalyse und Mystik</strong><br />
Professor Sudhir Kakar (Goa, Indien)<br />
Zeit: 10-15 Uhr<br />
Geb&#252;hr: 25 Euro<br />
Zur Website von <a href="http://www.sudhirkakar.com/" target="_blank">Sudhir Kakar</a></p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/2012/psychoanalytische_essentials.htm" target="_blank">16.6.2012 (Fachtagung):</a><br />
<strong>Psychoanalytische Essentials:<br />
Erz&#228;hlen, W&#252;nschen, Lebenspraxis</strong><br />
Frau Professor Dr. phil. Brigitte Boothe (Z&#252;rich)<br />
Website der Universit&#228;t Z&#252;rich: <a href="http://www.psychologie.uzh.ch/fachrichtungen/klipsa/postgrad/dozierende2/brigitteboothedoz.html" target="_blank">Brigitte Boothe</a><br />
Zeit: 10-15 Uhr<br />
Geb&#252;hr: 35 Euro</p>
<p><a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/2012/kernberg_2012.htm" target="_blank">24.10.2012 (Sonderseminar):</a><br />
<strong>Vorlesung und Supervisionsseminar</strong><br />
Professor Dr. med. Otto F. Kernberg<br />
(Wikipedia: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_F._Kernberg" target="_blank">Otto Kernberg</a>)<br />
Zeit: 10-17.30 Uhr<br />
Geb&#252;hr: 6 Euro f&#252;r externe Teilnehmer<br />
Die Veranstaltung ist fortbildungszertifiziert.</p></blockquote>
<p>Das komplette Veranstaltungsprogramm kann auf der <a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/veranstaltungen/veranstaltungen.htm" target="_blank">Institutswebsite</a> heruntergeladen werden.</p>
<p>Die <strong>Institut f&#252;r Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel GmbH</strong> in Andernach wird von dem Diplom-Psychologen und -P&#228;dagogen Werner Dinkelbach sowie dem Arzt Dr. med. Hermann Schubert <a href="http://www.rhein-eifel-institut.de/institut/institutsleitung.htm" target="_blank">geleitet</a>. &#196;rzte, Psychologen und Akademiker anderer Fachrichtungen k&#246;nnen hier ihre Ausbildung unter anderem zum Psychoanalytiker absolvieren. </p>
<p><strong>Weitere Informationen und Anmeldung:</strong></p>
<p><strong>Institut f&#252;r Psychotherapie ind Psychoanalyse Rhein-Eifel GmbH</strong><br />
Anneliese Heigl-Evers Institut<br />
Hochstra&#223;e 101 &#8211; Von-Mering-Haus<br />
56626 Andernach<br />
Telefon: 02632-4045295<br />
<a href="http://www.rhein-eifel-institut.de" target="_blank">www.rhein-eifel-institut.de</a></p>
<p><strong>Verwandte Artikel in diesem Blog:</strong></p>
<p>Tag: <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/tag/rhein-eifel-institut/">&#8220;Rhein-Eifel-Institut&#8221;</a></p>
<blockquote><p><strong>Gesponsert:</strong><br />
Dieser Beitrag wurde von der &#8220;Institut f&#252;r Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel GmbH&#8221; finanziell unterst&#252;tzt. </p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14780/rhein-eifel-institut-fur-psychotherapie-und-psychoanalyse-termine-2012/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: &#8220;Funkstille&#8221; von Tina Soliman</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14728/buchtipp-funkstille-von-tina-soliman/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14728/buchtipp-funkstille-von-tina-soliman/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Elternkontakt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14728</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema &#8220;Kontaktabbruch zwischen Kindern und Eltern&#8221; ist hochaktuell und sehr emotional. Wann immer ich auch nur darauf hinweise, dass ich mich damit besch&#228;ftige, f&#252;llt sich mein Postkasten. Nun habe ich Tina Solimans Buch &#8220;Funkstille&#8221; gelesen &#8211; ein Buch, das dieses Thema von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Die Journalistin Tina Soliman schrieb das Buch im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/funkstille_soliman_klettcotta.jpg" alt="" title="funkstille_soliman_klettcotta" width="151" height="249" class="alignleft size-full wp-image-14731" />Das Thema &#8220;Kontaktabbruch zwischen Kindern und Eltern&#8221; ist hochaktuell und sehr emotional. Wann immer ich auch nur darauf hinweise, dass ich mich damit besch&#228;ftige, f&#252;llt sich mein Postkasten. Nun habe ich Tina Solimans Buch &#8220;Funkstille&#8221; gelesen &#8211; ein Buch, das dieses Thema von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Die Journalistin <a href="http://funkstille-buch.de/tina-soliman/" target="_blank">Tina Soliman</a> schrieb das Buch im Rahmen einer Doklumentation, die sie f&#252;r das Fernsehen realisierte. Das Buch ist flott, sehr flott. Ein Durchmarsch durch verschiedene Geschichten, wobei namhafte Experten Antworten auf viele Fragen geben &#8211; darunter der Psychoanalytiker <a href="http://www.udorauchfleisch.ch/portrait.html" target="_blank">Udo Rauchfleisch</a>, der Psychoanalytiker und Verleger <a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/index.php?parent=43&#038;sub=yes&#038;idcat=43&#038;lang=1&#038;&#038;idart=19&#038;idau=63" target="_blank">Hans-J&#252;rgen Wirth</a>, seine Frau, die Psychotherapeutin <a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/index.php?parent=2&#038;sub=yes&#038;idcat=10&#038;lang=1&#038;idart=19&#038;idau=249">Trin Haland-Wirth</a>, der Psychoanalytiker <a href="http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb4/ansprechpartnerinnen/professorinnen/martin_teising.html" target="_blank">Martin Teising</a> und der Soziologe <a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/ifs/perso/dubiel" target="_blank">Helmut Dubiel</a>. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; Verlag Klett-Cotta)</em> <span id="more-14728"></span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Zu viele Aspekte</strong></p>
<p>Das spannende Buch hat ein rasantes Tempo. Tina Soliman stellt dem Leser einige pers&#246;nliche Geschichten des Kontaktabbruches vor. (Zun&#228;chst sehr irriterend: Eine Kontaktabbrecherin hei&#223;t &#8220;Maja&#8221; und nat&#252;rlich werden alle, die auch das Buch der Mutter Angelika Kindt gelesen haben, sofort an die Tochter dieser Autorin denken. Doch es handelt sich um eine andere Person.) Tina Soliman stellt alle Fragen, die Betroffenen und Au&#223;enstehenden durch den Kopf gehen: &#8220;Warum nur, wie kann das sein? Ist so ein Kontaktabbruch nicht v&#246;llig egoistisch? Wie &#8216;krank&#8217; sind die Verlassenen, wie gest&#246;rt diejenigen, die verlassen?&#8221; Verschiedene psychologische Antworten werden gegeben. Das Buch ist sehr &#8220;dicht&#8221;, die Autorin nimmt den Leser mit auf ihre Reise, schreibt, was ihr und ihrer Kamerafrau durch den Kopf geht. Der Leser ist quasi dabei, w&#228;hrend das Buch entsteht. Das ergibt eine sch&#246;ne Atmosph&#228;re, das Buch wird sehr abwechslungsreich und spannend &#8230; und doch &#8230;</p>
<p><strong>Ich finde keine befriedigende Antwort</strong></p>
<p>Ich selbst konnte aus diesem Buch nur sehr wenig &#8220;rausziehen&#8221;, wie man so sch&#246;n sagt. Es ist zu viel drin und es kommt zu wenig beim Leser an. Man erh&#228;lt sicher einen guten &#220;berblick &#252;ber die verschiedenen Formen des Kontaktabbruchs. Manchmal dachte ich, die Autorin rauscht wie ein ICE durch dieses Thema und ich selbst als Leserin vermisse immer wieder die Atempause, die &#8220;Lupe&#8221;, den Trost und das wirkliche, tiefere Verst&#228;ndnis. Ich w&#252;rde sagen, wer sich f&#252;r dieses Thema interessiert, ist beispielsweise mit einem Buch von der Autorin Sabine Bode besser bedient. In ihrem Buch &#8220;Kriegsenkel&#8221; kommen ebenfalls &#8220;Kinder&#8221; zu Wort, deren Kontakt zu den Eltern gest&#246;rt ist. Doch das Wie und Warum wird unter Sabine Bodes &#8220;Lupe&#8221; viel verst&#228;ndlicher, wie ich finde. Tina Solimans &#8220;Funkstille&#8221; bleibt, obwohl so hochkar&#228;tige Experten befragt wurden, merkw&#252;rdig an der Oberfl&#228;che stecken. Immer wieder werden beispielsweise auch hier die Analogien zum &#8220;Krieg&#8221; hergestellt, doch sobald ich dachte: &#8220;Ah, jetzt kommt etwas Erhellendes&#8221;, da war schon wieder das n&#228;chste Thema angerissen, die n&#228;chste Situation hergestellt.<br />
<strong><br />
Fazit:</strong> Ein gutes Buch, sehr sorgf&#228;ltig recherchiert, sehr aspektreich. Doch es fehlt meiner Meinung nach der &#8220;Anker&#8221;, der &#8220;Aha-Effekt&#8221;, das wirkliche, tiefergehende Verst&#228;ndnis und das <em>sp&#252;rbare</em> &#8220;Mitleid&#8221; &#8211; sowohl f&#252;r die Eltern als auch f&#252;r die Kinder. Ich k&#246;nnte mir vorstellen, dass die Autorin durchaus dieses Verst&#228;ndnis hat und dass die Experten entsprechend gute und ausf&#252;hrliche Antworten gegeben haben. Doch was Tina Soliman zu sagen hat, passt eigentlich gar nicht auf nur 200 Seiten. Das Buch &#8220;will&#8221; zu viel.</p>
<p><strong>Verwandte Artikel in diesem Blog:</strong></p>
<p>Weitere Blogartikel zum Thema &#8220;Elternkontakt&#8221;: <a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/tag/elternkontakt/">hier</a></p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p>Tina Soliman:<br />
<strong>Funkstille</strong><br />
Wenn Menschen den Kontakt abbrechen<br />
<a href="http://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft/Funkstille/14028" target="_blank">Klett-Cotta 2011</a><br />
Buch bei <a href="http://www.amazon.de/Funkstille-Wenn-Menschen-Kontakt-abbrechen/dp/3608945628" target="_blank">amazon </a>kaufen<br />
17,95 Euro</p>
<p>mona lisa, ZDF:<br />
Interview mit der Autorin Tina Soliman<br />
<strong>&#8220;Viel Platz f&#252;r Missverst&#228;ndnisse&#8221;</strong><br />
<a href="http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,8365106,00.html?dr=1" target="_blank">12.11.2011</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14728/buchtipp-funkstille-von-tina-soliman/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Psychoanalyse tut gut &#8211; ein Ratgeber f&#252;r Hilfesuchende</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/11115/psychoanalyse-tut-gut-mein-patientenratgeber-erscheint-im-herbst-2011/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/11115/psychoanalyse-tut-gut-mein-patientenratgeber-erscheint-im-herbst-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 04:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=11115</guid>
		<description><![CDATA[Mein Buch &#8220;Psychoanalyse tut gut &#8211; ein Ratgeber f&#252;r Hilfesuchende&#8221; ist im August 2011 im Psychosozial-Verlag erschienen. Ich wende mich mit diesem Buch an Menschen mit psychischen Beschwerden, die auf der Suche nach Hilfe sind. Klar und einfach erkl&#228;re ich, wie psychoanalytische Therapien heute aussehen. Dabei muss niemand auf die Couch, der das nicht will. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/psychoanalyse_tut_gut_.jpg" alt="" title="psychoanalyse_tut_gut_" width="150" height="229" class="alignleft size-full wp-image-11128" />Mein Buch &#8220;Psychoanalyse tut gut &#8211; ein Ratgeber f&#252;r Hilfesuchende&#8221; ist im August 2011 im Psychosozial-Verlag erschienen. Ich wende mich mit diesem Buch an Menschen mit psychischen Beschwerden, die auf der Suche nach Hilfe sind. Klar und einfach erkl&#228;re ich, wie psychoanalytische Therapien heute aussehen. Dabei muss niemand auf die Couch, der das nicht will. Die psychoanalytische Therapie &#8220;funktionert&#8221; auch sehr gut im Sitzen. Das Buch kostet 16,90 Euro. <em>(Bild: &copy; Psychosozial-Verlag)</em> <span id="more-11115"></span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p><strong>Verwandte Artikel in diesem Blog:</strong></p>
<p><a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/28/psychoanalyse-wirkt/">Psychoanalyse ist wirksam</a><br />
<a href="http://www.medizin-im-text.de/blog/48/psychoanalyse/">Psychoanalyse</a></p>
<blockquote><p><strong>Rezensionen:</strong><br />
<a href="http://www.socialnet.de/rezensionen/11679.php" target="_blank">www.socialnet.de</a><br />
Von Professor Achim Schr&#246;der, Hochschule Darmstadt</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/review/R17PWLRJMYJCNF/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&#038;ASIN=383792145X&#038;nodeID=&#038;tag=&#038;linkCode=" target="_blank">amazon.de</a><br />
Von <a href="http://www.hans-hopf.de" target="_blank">Dr. Hans Hopf</a>, Mundelsheim</p>
<p><a href="http://www.querbeet-gelesen.de/?p=3953" target="_blank">www.querbeet-gelesen.de</a><br />
Von Andrea Groh</p>
<p>&#8220;Auf der Couch&#8221;<br />
Von Ulrike Henning<br />
<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/217094.auf-der-couch.html?sstr=ulrike|henning" target="_blank">neues deutschland, 31.1.2012</a>
</p></blockquote>
<p><strong>Weitere Links:</strong><br />
<a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?p_id=2145" target="_blank">www.psychosozial-verlag.de</a><br />
<a href="http://www.psychoanalyse-tut-gut.de" target="_blank">www.psychoanalyse-tut-gut.de</a><br />
<a href="http://www.amazon.de/Psychoanalyse-tut-gut-Ratgeber-Hilfesuchende/dp/383792145X" target="_blank">Link zu Amazon</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/11115/psychoanalyse-tut-gut-mein-patientenratgeber-erscheint-im-herbst-2011/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Entsymbolisierung</title>
		<link>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14689/entsymbolisierung/</link>
		<comments>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14689/entsymbolisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 18:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dunja Voos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Psychose]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophrenie]]></category>
		<category><![CDATA[Searles]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medizin-im-text.de/blog/?p=14689</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Entsymbolisierung&#8221; ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles gepr&#228;gt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles w&#246;rtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zur&#252;ck l&#228;uft: W&#228;hrend viele Patienten fr&#252;her sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.medizin-im-text.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/amor_steffi_pelz.jpg" alt="" title="amor_steffi_pelz" width="212" height="159" class="alignleft size-full wp-image-14696" />&#8220;Entsymbolisierung&#8221; ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles gepr&#228;gt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles w&#246;rtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zur&#252;ck l&#228;uft: W&#228;hrend viele Patienten fr&#252;her sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie in der Schizophrenie wieder alles w&#246;rtlich. Konnte der Patient vorher verstehen, dass &#8220;blau machen&#8221; eigentlich &#8220;Arbeit schw&#228;nzen&#8221; bedeutet, so stellt er sich infolge der Entsymbolisierung vor, dass da tats&#228;chlich jemand etwas &#8220;blau macht&#8221;, also einem Gegenstand blaue Farbe verleiht. <em>(Text: &copy; Dunja Voos, Bild: &copy; Steffi Pelz <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">Pixelio</a>)</em><span id="more-14689"></span><br />
<br clear="all"/><br />
Searles beschreibt es so:</p>
<blockquote><p>Entsymbolisierung: &#8220;Dieser Terminus bezeichnet einen Prozess, der sich anscheinend im Schizophrenen abspielt und durch den bereits gewonnene metaphorische Bedeutungsinhalte &#8220;entsymbolisiert&#8221; werden; unter dem starken Druck der Krankheit reagiert der einzelne auf diese Inhalte so, als bes&#228;&#223;en sie w&#246;rtliche Bedeutung, eine Bedeutung, die ihn in der Tat stark verwirrt.&#8221; (S. 201)</p></blockquote>
<p>Harold F. Searles:<br />
<strong>Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung</strong><br />
<a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?catp=&#038;p_id=764" target="_blank">Psychosozial-Verlag 2008</a><br />
(Neuauflage der Ausgabe von 1974, Kindler Studienausgabe). </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/14689/entsymbolisierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Dynamic page generated in 5.097 seconds. -->
<!-- Cached page generated by WP-Super-Cache on 2012-02-23 08:47:07 -->

