Das Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel bietet auch in diesem Jahr wieder spannende Veranstaltungen und Kurse an. Der US-amerikanische Psychoanalytiker Otto Kernberg und der indische Psychoanalytiker Sudhir Kakar gehören zu den Referenten. Neuer Veranstaltungsort ab April ist die Rote Schule in Andernach. Hier ein Überblick über die Themen und Termine: (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot Rhein-Eifel-Institut) [Weiterlesen...]
Rhein-Eifel-Institut für Psychotherapie
und Psychoanalyse: Termine 2012
Buchtipp: “Funkstille” von Tina Soliman
Das Thema “Kontaktabbruch zwischen Kindern und Eltern” ist hochaktuell und sehr emotional. Wann immer ich auch nur darauf hinweise, dass ich mich damit beschäftige, füllt sich mein Postkasten. Nun habe ich Tina Solimans Buch “Funkstille” gelesen – ein Buch, das dieses Thema von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Die Journalistin Tina Soliman schrieb das Buch im Rahmen einer Doklumentation, die sie für das Fernsehen realisierte. Das Buch ist flott, sehr flott. Ein Durchmarsch durch verschiedene Geschichten, wobei namhafte Experten Antworten auf viele Fragen geben – darunter der Psychoanalytiker Udo Rauchfleisch, der Psychoanalytiker und Verleger Hans-Jürgen Wirth, seine Frau, die Psychotherapeutin Trin Haland-Wirth, der Psychoanalytiker Martin Teising und der Soziologe Helmut Dubiel. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Verlag Klett-Cotta) [Weiterlesen...]
Entsymbolisierung
“Entsymbolisierung” ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles geprägt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles wörtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zurück läuft: Während viele Patienten früher sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie in der Schizophrenie wieder alles wörtlich. Konnte der Patient vorher verstehen, dass “blau machen” eigentlich “Arbeit schwänzen” bedeutet, so stellt er sich infolge der Entsymbolisierung vor, dass da tatsächlich jemand etwas “blau macht”, also einem Gegenstand blaue Farbe verleiht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Steffi Pelz Pixelio) [Weiterlesen...]
Konkretistisches Denken
Wenn kleine Kinder das Wort “Kreislaufprobleme” hören, denken sie, da hätte jemand Probleme damit, im Kreis zu laufen. Kleine Kinder können nur konkret denken, sie haben ein “konkretistisches” Denken. Redensarten und Wortbilder (Metaphern) zu verstehen, gelingt ihnen erst im Laufe ihrer Entwicklung. So ist es mit psychotischen Patienten sehr oft auch: Sie nehmen alles wörtlich und meinen das, was sie sagen, ebenfalls wörtlich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rita Köhler, Pixelio) [Weiterlesen...]
“Ja, aber …” Der Zwang und die Psychoanalyse:
Fachtagung vom 24.-25.2.2012 in Salzburg
“Ist die Zwangsneurose eine Überich-Störung, die vor allem mit der Vaterbeziehung zu tun hat? Stimmt es, dass der Zwangsneurotiker ein Problem mit seiner Homosexualität hat? Wie lässt sich der offenkundige Zusammenhang von Zwang und Denken verstehen?” Diese Fragen und viele mehr werden bald auf der Tagung der Freiberg Wissenschaftlichen Gesellschaft beantwortet. Am Freitag/Samstag, dem 24./25.2.2012 können Fachleute beim “Arbeitskreis für Psychoanalyse in Österreich” auf interessante Redner stoßen, darunter auf den Baseler Psychoanalytiker Raymond Borens, auf den Leipziger Theologen und Philosophen Christoph Türcke und die Wiener Kinderanalytikerin Friedl Früh. Die Tagung findet im Parkhotel in Salzburg statt. Tagungskosten: 230 Euro (für Mitglieder 180 Euro). Informationen und Anmeldung auf www.psychoanalyse-freiberg.at.(Text: © Dunja Voos, Bild: © Freiberg Wissenschaftliche Gesellschaft) [Weiterlesen...]
Propensity-Score
“Propensity” heißt “Hang, Neigung”. Wenn Patienten in Beobachtungsstudien bestimmte Therapien erhalten, dann gibt es Gründe, warum Patient A eben Therapie A erhält und Patient B die Therapie B. Diese Tatsache wird mithilfe des “Propensity-Scores” berücksichtigt. Der Propensity-Score vermindert Verzerrungen von Studienergebnissen. Wenn eine Studie zum Beispiel zu dem Ergebnis kommt, dass Therapie A besser sei als Therapie B, dann wird dieses Ergebnis durch Einbeziehung des Propensity-Scores relativiert – also, Therapie A könnte zum Beispiel besser sein, weil diese Therapie nur jene Patienten erhalten, die im Durchschnitt noch jünger oder “gesünder” sind als Patienten, die mit Therapie B behandelt werden. Oder auf schlau: “Propensity-Score (PS) = bedingte Wahrscheinlichkeit, mit der – unter Betrachtung einer Anzahl von Variablen – ein Kandidat die Intervention erhalten würde” (Neukirch 2011). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm Pixelio) [Weiterlesen...]
Roman “Der gute Psychologe” –
könnte Angstpatienten ängstigen
Ich habe begonnen, den Roman “Der gute Psychologe” von dem Psychologen Noam Shpancer zu lesen. Ich bin erst auf Seite 41, aber ich muss mich schon aufregen. Denn hier sind verhaltenspsychologische Sichtweisen vertreten, die wohl vielen Angstpatienten einfach nicht gerecht werden und die sie an sich selbst zweifeln lassen könnten. Auf Seite 40 erklärt der Psychologe: “Panikattacken sind ein verbreitetes Phänomen; sehr unangenehm, wie Sie wohl wissen, aber ungefährlich. Niemand stirbt an einer Panikattacke.” Naja, so einfach ist es nun nicht. Eine Panikattacke bedeutet einen ungeheuren Stress für den Körper. Natürlich kann man Panikpatienten damit zunächst beruhigen, doch Studien haben gezeigt, dass Angsterkrankungen auf die Dauer schon auf das Herz gehen können (siehe unten, “Studien”).(Text: © Dunja Voos, Bild: © Knaus, Randomhouse) [Weiterlesen...]
NEO-Fünf-Faktoren-Inventar
Neurotizismus, Extraversion und Offenheit für Erfahrungen (NEO) werden mit dem NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (Neo-FFI) gemessen. Psychologen wenden es an, um einen Überblick über die Persönlichkeit zu erhalten und um Persönlichkeitsstörungen festzustellen. Der Test dauert ungefähr 10 Minuten und besteht aus 60 Aussagen, denen der Befragte die Bewertungen von 0 (“starke Ablehnung”) bis 4 (“starke Zustimmung”) geben kann. Die Antworten geben Hinweise auf die fünf Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit (“Big Five”). Der NEO-FFI wurde von den Psychologen Paul T. Costa und Robert R. McCrae entwickelt. Im Internet sind solche Fragebögen normalerweise nicht zu finden, weil sie urheberrechtlich geschützt sind. Außerdem ist ihre Auswertung recht kompliziert. In Anhängen von entsprechenden Doktor- oder Diplomarbeiten kann man psychologische Tests jedoch oft in voller Länge finden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Ruth Rudolph, Pixelio) [Weiterlesen...]
Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsgestörte Menschen erkennt man oft auf den ersten Blick. Es sind manchmal die “bunten Früchtchen” unter uns: der eigenbrödlerische Professor, der cholerische Chef, der komische Kauz von nebenan. Auch viele Stars sind persönlichkeitsgestört. Doch Persönlichkeitsstörungen müssen nicht so auffällig sein. Sie sind relativ weit verbreitet: Etwa 10% der Bevölkerung sind hierzulande betroffen (AWMF-Leitlinie “Persönlichkeitsstörungen”, 2008). Doch auch, wenn dieser schonungslose Begriff scheinbar nichts Gutes verheißt, gibt es Aussicht auf ein glücklicheres Leben. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Renate Franke, Pixelio) [Weiterlesen...]
Neurotizismus
Neurotizismus ist ein Merkmal der Persönlichkeit. Wenn man von einem Menschen sagt, er habe einen hohen oder niedrigen Grad an Neurotizismus, so will man damit beschreiben, wie gut er mit äußeren und inneren Anforderungen zurechtkommt. Menschen mit einem hohen Grad an Neurotizismus haben zum Beispiel Schwierigkeiten im Beruf (äußere Anforderungen) oder Probleme damit, ihre Affekte (z.B. Angst oder Wut) zu verarbeiten. Wer einen hohen Grad an Neurotizismus hat, der leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl, zeigt oft magisches Denken, ist gehemmt in seinen Gefühlsäußerungen, ist oft nachgiebig, leidet an Konzentrationsstörungen, unter Launenhaftigkeit und unter körperlichen Beschwerden wie z.B. Erschöpfung. Neurotizismus wird in Persönlichkeitstests gemessen und gehört zu den “Big Five” der Persönlichkeitsdimensionen. [Weiterlesen...]
Magersucht – wie ein Strich in der Landschaft
Magersüchtige Mädchen wollen einfach nur sie selbst sein. Manche leiden unter einer zu engen Beziehung zur Mutter und wollen da raus. Doch das ist für sie nicht einfach. Denn sie spüren, wie zerbrechlich die Mutter ist. Sie kämpft vielleicht selbst mit vielen Problemen und nimmt – oft unbewusst – die Tochter völlig in Beschlag. Möglicherweise findet in der Familie auch sexueller Missbrauch statt oder die Tochter wird in Probleme einbezogen, vor denen sie eigentlich beschützt werden sollte. In solch einer engen Beziehung wissen die Töchter dann nicht, was sie tun sollen. Einerseits möchten sie ausbrechen, ganz “sie selbst” sein, andererseits sind sie oft einfach noch zu jung, um von zu Hause auszuziehen, oder sie fürchten sich (unbewusst) davor, mit einer Trennung die Eltern zu verletzen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © João Freitas – Fotolia.com) [Weiterlesen...]
Buchtipp: Zurück auf Start
Sind Sie pleite? Dann müssen Sie unbedingt das Buch von Anne Koark, “Zurück auf Start” lesen. Anne Koark, geboren 1963 in England, war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Doch dann konnten einige Kunden nicht mehr zahlen, so dass sie selbst ihre Mitarbeiter nicht mehr entlohnen konnte und 2003 schließlich Insolvenz anmelden musste. Alleinerziehend, zwei Kinder, kein Geld mehr. Sechs Jahre dauert in Deutschland die sogenannte “Wohlverhaltensperiode”. Dann sind die Schulden erlassen und man kann von vorne beginnen – eben, “zurück auf Start” gehen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Eichborn-Verlag) [Weiterlesen...]
HADS – Hospital Anxiety and Depression Scale
Die “Hospital Anxiety and Depression Scale” ist ein Fragebogen, der Hinweise auf Angststörungen und Depressionen liefert. Dabei soll der Patient 14 Fragen beantworten bzw. Auskunft über sein Befinden geben. Die Sätze, die er vervollständigen soll, sehen z.B. so aus: “Ich fühle mich angespannt oder überreizt” – Antwortmöglichkeiten: “meistens, oft, gelegentlich, überhaupt nicht”. Im Internet lassen sich psychologische Tests nur schwer finden, da sie urheberrechtlich geschützt sind. Psychologische Tests müssen kostenpflichtig z.B. über die Testzentrale bestellt werden (HADS-D bei der Testzentrale). [Weiterlesen...]
Asthma und die Psyche
Wem die Luft wegbleibt, dem wird angst und bange. Zu lachen gibt’s da nichts mehr, denn ein Asthmaanfall ist bedrohlich. Und wenn er vergeht, dann ist man in Hab-Acht-Stellung. Wann passiert es wieder? Wie schlimm wird es werden? Diese Fragen stellen sich die Betroffenen immer wieder. Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob Psychotherapie bei Asthma hilft (Fleming et al., 2006). Doch kleinere Studien weisen darauf hin, dass Psychotherapie die Beschwerden zumindest lindern kann. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Andreas Hermsdorf, Pixelio) [Weiterlesen...]
ACTH – Adrenocorticotropes Hormon
Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) wird in der Hirnanhangdrüse gebildet, genauer: im Hypophysenvorderlappen (HVL). “Adreno” heißt “Nebenniere”, “Cortico” bedeutet “Rinde” und “trop” heißt soviel wie “wirken auf”. Das Hormon ACTH wirkt also auf die Nebennierenrinde ein. Was bewirkt es da? In der Nebennierenrinde werden unter anderem Cortisol (= ein Glucocorticoid), Aldosteron (= ein Mineralocorticoid) und männliche Hormone (Androgene) produziert. Das bedeutet vereinfacht: Wenn ACTH auf die Nebennierenrinde einwirkt, dann schüttet die Nebennierenrinde Cortisol aus. Der Cortisolspiegel im Blut steigt. Das passiert zum Beispiel bei Stress. [Weiterlesen...]



