Scheu oder forsch?
Auch eine Frage der Biologie.
Samstag, 31. Mai 2008
Manche Kinder sind “von Natur aus” zurückhaltend und sensibel, andere eher draufgängerisch und dickhäutig. Der britische Psychologe Jeffrey Alan Gray (1934-2004) stellte die Theorie auf, dass es im Nervensystem zwei Systeme gibt, die sich gegenseitig beeinflussen. Zum einen ist da das verhaltensaktivierende System (behavior activating system, BAS), welches ein Kind neugierig auf die Welt zugehen lässt, zum anderen gibt es das verhaltensinhibierende System (behavior inhibiting system, BIS), das dafür sorgt, dass sich ein Kind eher zurückhaltend verhält. Wie sehr die einzelnen Systeme ausgeprägt sind, ist einerseits eine Frage der Gene und andererseits eine Frage der Formung durch Eltern und Umwelt.
Wenn Eltern begeistert erzählen, was ihr kleiner Säugling schon alles kann, stehen Freunde und Bekannte manchmal verständnislos davor. Scheint doch der kleine Erdenbürger einfach nur passiv die Küsse seiner Eltern zu empfangen. Doch mit 2–3 Monaten erwachen seine sozialen Kommunikationsfähigkeiten – so hat es der Entwicklungspsychologe
Wer einen Tinnitus bekommt, der ist zumeist aufgeschreckt und stark verunsichert. Viele Fragen kommen auf: “Kann ich davon schwerhörig werden? Wird der Tinnitus je wieder aufhören? Wird er mich verrückt machen?” Wer im Internet nachliest, findet fast immer die Aufforderung: “Sofort zum Arzt!” Solche Appelle machen zu allem Überfluss noch mehr Angst. Dahinter steckt die “Drohung”, der Tinnitus würde nie wieder aufhören, wenn man nicht sofort etwas unternimmt. Doch wer erstmals einen Tinnitus hat, der bekommt ihn oft, weil er “viel um die Ohren” hat. Ein Arztbesuch mit langem Warten in überfüllten Wartezimmern ist oft das Letzte, das sich der Betroffene dann wünscht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © MarMar,
Wer für sein Kind die “richtige” Psychotherapie sucht, wird sich wahrscheinlich schwer tun. Für die Psychotherapie bei Kindern gibt es im Wesentlichen zwei Richtungen: die Verhaltenstherapie und die psychoanalytische Therapie (auch “psychodynamische” oder “tiefenpsychologische” Therapie genannt). Zur Verhaltenstherapie gibt es viele Studien, die die Wirksamkeit nach modernen Gesichtspunkten belegen. Zur psychoanalytischen Therapie gibt es da weniger Studien – unter anderem deshalb, weil diese Therapien oft länger dauern als Verhaltenstherapien. Dafür wirken sie häufig nachhaltiger. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Kurt Bouda,
Analytische Therapien wirken – das haben mehrere Studien erwiesen. Immer wieder wird die lange Dauer der Behandlung kritisiert: 240–300 Stunden sind keine Seltenheit. Doch eine
Gefühle lassen sich ebenso schwer messen wie Schmerzen. Wer eine
Manchmal fällt es ihnen schwer, ihre Gefühle “aus-zu-drücken”. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) machen oft viel durch. Sie leiden unter starken Darmbeschwerden, trauen sich kaum in die Stadt oder quälen sich mit einem aufgeblähten Bauch. Die vielen Arztbesuche bringen ihnen nur selten wirkliche Besserung. Es gibt viele körperliche Erklärungsansätze, aber die Psyche spielt wohl bei den meisten Betroffenen eine große Rolle. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Mike Schwarzenbeck,
STEEP ist die Abkürzung für “Steps towards effective and enjoyable parenting”. Es ist ein in den USA entwickeltes Programm, das die Eltern schrittweise hinführt zu einer “gelingenden und Freude bereitenden Elternschaft”. Zielgruppe sind werdende und frischgebackene Eltern von Kindern im Alter von 0–3 Jahren. Das Prgramm basiert auf der 






