Archiv für Mai, 2008

Scheu oder forsch?
Auch eine Frage der Biologie.

Samstag, 31. Mai 2008

Manche Kinder sind “von Natur aus” zurückhaltend und sensibel, andere eher draufgängerisch und dickhäutig. Der britische Psychologe Jeffrey Alan Gray (1934-2004) stellte die Theorie auf, dass es im Nervensystem zwei Systeme gibt, die sich gegenseitig beeinflussen. Zum einen ist da das verhaltensaktivierende System (behavior activating system, BAS), welches ein Kind neugierig auf die Welt zugehen lässt, zum anderen gibt es das verhaltensinhibierende System (behavior inhibiting system, BIS), das dafür sorgt, dass sich ein Kind eher zurückhaltend verhält. Wie sehr die einzelnen Systeme ausgeprägt sind, ist einerseits eine Frage der Gene und andererseits eine Frage der Formung durch Eltern und Umwelt.

Babys: Wenn die soziale Kommunikation erwacht

Samstag, 31. Mai 2008

Wenn Eltern begeistert erzählen, was ihr kleiner Säugling schon alles kann, stehen Freunde und Bekannte manchmal verständnislos davor. Scheint doch der kleine Erdenbürger einfach nur passiv die Küsse seiner Eltern zu empfangen. Doch mit 2–3 Monaten erwachen seine sozialen Kommunikationsfähigkeiten – so hat es der Entwicklungspsychologe Robert Emde genannt (“Awakening of Sociability”). Der Säugling hält ausdauernd Blickkontakt, macht Laute nach (soziales Lautieren) und beginnt zum Entzücken aller zu lächeln. Das verstehen dann auch die Umstehenden, die dann (fast) genauso erfreut sind wie die Eltern. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Chocolat01, PIXELIO)

Tinnitus und die Psyche

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wer einen Tinnitus bekommt, der ist zumeist aufgeschreckt und stark verunsichert. Viele Fragen kommen auf: “Kann ich davon schwerhörig werden? Wird der Tinnitus je wieder aufhören? Wird er mich verrückt machen?” Wer im Internet nachliest, findet fast immer die Aufforderung: “Sofort zum Arzt!” Solche Appelle machen zu allem Überfluss noch mehr Angst. Dahinter steckt die “Drohung”, der Tinnitus würde nie wieder aufhören, wenn man nicht sofort etwas unternimmt. Doch wer erstmals einen Tinnitus hat, der bekommt ihn oft, weil er “viel um die Ohren” hat. Ein Arztbesuch mit langem Warten in überfüllten Wartezimmern ist oft das Letzte, das sich der Betroffene dann wünscht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © MarMar, PIXELIO) (weiterlesen…)

Psychoanalytische Therapie bei Kindern
ist wirksam

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wer für sein Kind die “richtige” Psychotherapie sucht, wird sich wahrscheinlich schwer tun. Für die Psychotherapie bei Kindern gibt es im Wesentlichen zwei Richtungen: die Verhaltenstherapie und die psychoanalytische Therapie (auch “psychodynamische” oder “tiefenpsychologische” Therapie genannt). Zur Verhaltenstherapie gibt es viele Studien, die die Wirksamkeit nach modernen Gesichtspunkten belegen. Zur psychoanalytischen Therapie gibt es da weniger Studien – unter anderem deshalb, weil diese Therapien oft länger dauern als Verhaltenstherapien. Dafür wirken sie häufig nachhaltiger. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Kurt Bouda, PIXELIO) (weiterlesen…)

Psychoanalyse ist wirksam

Dienstag, 20. Mai 2008

Analytische Therapien wirken – das haben mehrere Studien erwiesen. Immer wieder wird die lange Dauer der Behandlung kritisiert: 240–300 Stunden sind keine Seltenheit. Doch eine Psychoanalyse dauert so lange, weil sie eine Reifung der Persönlichkeit bewirkt. Mit dieser Veränderung gehen auch Symptome wie Ängste, Depressionen oder Zwänge zurück. Wenn die Analyse glückt, wird das Leben häufig reicher: Lebensfreude, Vitalität und Beziehungsfähigkeit kehren ein. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Karin Wülfing, PIXELIO) (weiterlesen…)

Depressions-Tests

Sonntag, 18. Mai 2008

Gefühle lassen sich ebenso schwer messen wie Schmerzen. Wer eine Depression hat, der weiß das oft selbst – er fühlt es deutlich. Um jedoch in etwa einzuschätzen, ob jemand depressiv ist oder nicht, gibt es eine Reihe von Tests. Sie bieten einen groben Anhaltspunkt für das Befinden des Betroffenen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tobias Zeller, PIXELIO) (weiterlesen…)

Affektäquivalent

Sonntag, 11. Mai 2008

Wenn der Körper reagiert, obwohl eigentlich heftige Gefühle angesagt sind, dann sprechen Tiefenpsychologen von einem “Affektäquivalent”. Anstatt Angst zu empfinden, entsteht Schwindel, anstatt Wut zu spüren, kämpft man mit Bauchkrämpfen oder Hyperventilation. Dies sind typische Beispiele für Affektäquivalente.

Reizdarmsyndrom

Sonntag, 11. Mai 2008

Manchmal fällt es ihnen schwer, ihre Gefühle “aus-zu-drücken”. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) machen oft viel durch. Sie leiden unter starken Darmbeschwerden, trauen sich kaum in die Stadt oder quälen sich mit einem aufgeblähten Bauch. Die vielen Arztbesuche bringen ihnen nur selten wirkliche Besserung. Es gibt viele körperliche Erklärungsansätze, aber die Psyche spielt wohl bei den meisten Betroffenen eine große Rolle. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Mike Schwarzenbeck, PIXELIO) (weiterlesen…)

STEEP – der Kurs zur Freude am Elternsein

Samstag, 10. Mai 2008

STEEP ist die Abkürzung für “Steps towards effective and enjoyable parenting”. Es ist ein in den USA entwickeltes Programm, das die Eltern schrittweise hinführt zu einer “gelingenden und Freude bereitenden Elternschaft”. Zielgruppe sind werdende und frischgebackene Eltern von Kindern im Alter von 0–3 Jahren. Das Prgramm basiert auf der Bindungstheorie und stärkt die Eltern-Kind-Bindung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Klaus Kienitz, PIXELIO) (weiterlesen…)

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Dienstag, 06. Mai 2008

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), www.g-ba.de, setzt sich zusammen aus der Selbstverwaltung der Ärzte und Zahnärzte, der Krankenhäuser und Krankenkassen. Er ist das oberste Beschlussgremium in Sachen Gesundheitspolitik. Der G-BA erstellt Richtlinien, in denen festgelegt wird, welche Therapien von den Krankenkassen gezahlt werden und welche nicht. Dabei richtet er sich nach dem 5. Sozialgesetzbuch (SGB V). Am 24.4.2008 hat der G-BA beispielsweise entschieden, dass die Kosten für die Gesprächspsychotherapie nicht von den Krankenkassen übernommen werden können, weil der Nutzen nicht ausreichend nachgewiesen sei. (weiterlesen…)

Psychoanalytische Texte im “PeP-Web”

Donnerstag, 01. Mai 2008

Das PEP-Web, ist ein englischsprachiges Archiv, das Volltexte aus psychoanalytischen Zeitschriften und Büchern enthält. “PeP” steht für “Psychoanalytic electronic Publishing” und enthält Texte ab dem Jahr 1871 bis heute. Großer Nachteil: Wer das Archiv nutzen will, muss eine Aufnahmegebühr von 999 Dollar entrichten. Das Jahres-Abonnement kostet dann 135 Dollar. Doch bereits für 49 Dollar kann man einen Tag lang recherchieren. (Text: © Dunja Voos, Bild: Screenshot www.pep-web.org) (weiterlesen…)